aus dem glühenden Flusse.
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nahe über dem Schmelzpunkte, theils in drusenartigen Räumen des
sogenannten Ofenbruchs, theils in Spalten geborstener Ofensteine,
künstliche Feldspath-Krystalle; in den Laven kommen häufig Augit-,
Leucit- und Feldspath-Krystalle vor, u. s. w.
Es ist mir jedoch nicht bekannt, dass irgendwo in dieser
Beziehung eine so klare und entscheidende Beobachtung vorgekommen
wäre, als diejenige, die ich vor vielen Jahren zu machen
Gelegenheit hatte, und die wenigstens so viel werth sein dürfte,
um der Vergessenheit entrissen zu werden.
Im Sommer des Jahres 1811 wurden nämlich auf Veranlassung
der Staatsverwaltung von einer Commission, deren Mitglied
ich war, in der Spiegel-Glashütte zu Neuhaus Versuche über die
Anwendung des Glaubersalzes zur Glas-Fabrication angestellt. Unter
vielen Schmelzungs-Versuchen wurde nebenbei auch einer mit
einem Glassatze gemacht, welchem eine bedeutende Menge von
Feldspath zugesetzt war. Von dem klar geschmolzenen, etwas grünlichen
Glase wurden mehrere Gefässe bereitet, und der Überrest,
vielleicht iy 2 Centner im Gewichte, in Wasser ausgegossen, wo
er in einem compacten Klumpen allmählich erkaltete, was übrigens
unter diesen Umständen weniger schnell erfolgt, als man glauben
sollte. Als ich nach einiger Zeit diesen zerschlagenen Klumpen
untersuchte, fanden sich im Innern desselben isolirte, von der
klaren Glasmasse umgebene Feldspath-Krystalle, das ist krystalliniseli-blätteriger
Feldspath von verschiedener Grösse, und beiläufig
in der Mitte, wo also die Abkühlung am längsten gewährt hatte, ein
solcher Krystall, vollkommen scharfkantig und charakteristisch
ausgebildet, beiläufig von der Grösse eines Kubikzolls.
Diese Erfahrung beweiset rein und unzweifelhaft, dass die Mineralien
aus dem im feurig-flüssigen Zustande befindlichen Lösungsmittel
ebenso krystallisiren, als die verschiedenen krystallisirbaren Verbindungen
auf dem sogenannten nassen Wege, und dass zwischen
beiden Vorgängen im Wesentlichen kein Unterschied besteht. Bei
der ansgehildeten Kenntniss dieser Krystallisations-Vorgänge auf
nassem Wege, im Bcsondcrn aus der gleichzeitigen Auflösung
mehrerer Verbindungen, die in ihrer Auflöslichkeit nach der Temperatur
verschieden sind, bei mehr oder minder verzögerter Abkühlung,
kann man hiernach ohne Schwierigkeit die Bedingnisse angeben,
unter denen sich z. B. Gneiss und Granit mit allen ihren