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Prechtl. Ober Krystallisation
Herr Regierungsrath, Direetor Prechtl, liest folgende Mittheilung
über Krystallisation aus dem glühenden Flusse.
Nr. 1. Die „Comptes rendus de VAcadernie de Sciences’'
in Paris vom 3. Jänner 1848 enthalten, Pag. 12, den Bericht der
Commission über eine (seit dem in den „Annales de Chimie et de
Pliysique” erschienenen) Abhandlung des Herrn Ebel men, des
Titels: „Nouvelle methode pour obtenir des crystallisations par
la voie Seche” Herr Ebelmen ging von der Ansicht aus, dass, so
wie sich verschiedene Salze im Wasser lösen, und dann durch
Verdampfung dieses Wassers, oder auch durch Abkühlung der bei
einer höheren Temperatur gemachten Auflösung die Krystallisation
des aufgelösten Salzes erfolgt, dieses auch bei an und für sich
unschmelzbaren mineralischen Substanzen, wenn diese bei hoher
Temperatur in einem gereinigten Auflösungsmittel geschmolzen
werden, der Fall sein werde. Die Versuche, welche Herr Ebelmen
anstellte, wurden in der ersten Beziehung, nämlich der Krystallisation,
durch Verdampfung des Auflösungsmiltels gemacht, als welches
Bor- und Phosphorsäure, und bor- und phosphorsaure alkalische
Salze dienen, welche in hoher Temperatur sich langsam verflüchtigen.
Auf diese Art erhielt Herr Ebelmen durch Auflösen von Thonerde
in borsaurem Natron oder in Borsäure mittelst der Schmelzung
bei allmählicher Verflüchtigung des Auflösungsmittels kleine Krystalle
von Korund, durch Schmelzen von Thonerde und Kalkerde erhielt
er den Spinell, mit allen diese Mineralien charakterisirenden Eigenschaften.
So interessant diese Versuche sind, so scheint jedoch die
experimentelle Behandlung der zweiten Krystallisations-Methode,
durch allmähliche Abkühlung der im glühenden Flusse befindlichen
Masse zu um so wichtigeren Resultaten führen zu müssen, als dieser
Vorgang derjenige ist, welcher in der Natur bei der Bildung der
meisten primitiven oder eruptiven Felsarten Statt gefunden hat,
diese Resultate daher mit den geologischen Problemen in der nächsten
Verbindung stehen.
Zwar hat man in neuerer Zeit mehrfache hieher gehörige Beobachtungen
gesammelt. In den Schlacken der Schmelzöfen, zumal wenn
dieselben weniger schnell abgekühlt sind, findet man nicht selten wohl
charakterisirte krystallisirte Gebilde, desgleichen Glimmer, Graphit;
in einem Schmelzofen der Kupferhütte zu Sangershausen fand man