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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Schrötter.  Anfrage  wegen  der  Reichs  Versammlung.

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anzunehmen,  sie  möge  veranlassen,  dass  das  Tellur  möglichst  für
die  Wissenschaften  erhalten  werde,  indem  man  auf  irgend  eine
Weise  ein  technisches  Verfahren  bei  der  Zugutebringung  der  Erze
einschlägt,  wobei  es  gewonnen  wird,  um  es  in  den  Handel  zu
bringen.
Der  Antrag  wird  genehmiget.

Professor  Schrötter  stellte  die  Anfrage:  Ob  die  Akademie
in  Betreff  der  mit  Anfang  Mai  zu  Frankfurt  zusammenkommenden
Reichsversammlung,  da  von  anderer  Seite  bei  uns  kein  Lebenszeichen ­
  gegeben  wird,  nicht  ein  solches  gehen  solle?  Die  Österreicher ­
  seien  hei  den  Vorberathungen  zu  spät  zu  Frankfurt  angekommen, ­
  und  es  mussten  Vertreter  der  Österreicher  von  Fremden  gewählt
werden.  Es  ist  dringend  nöthig,  dass  man  für  Wahlen  von  Abgeordneten ­
  zu  dieser  Reichsversammlung  Vorsorge  treffe.  Damit  nun  keine
Zeit  verloren  gehe,  wäre  der  Herr  Minister  des  Innern  sogleich
auf  diesen  Gegenstand  aufmerksam  zu  machen.  Obwohl  Professor
Schrötter  an  dem  in  der  Akademie  schon  oft  ausgesprochenen
Grundsätze  festhalte,  dass  die  Akademie  sich  bloss  mit  der  Wissenschaft ­
  als  solcher  zu  beschäftigen  habe,  und  politische  Gegenstände
bei  Seite  lassen  solle,  so  veranlasse  ihn  die  Eigentlnimlichkeit  der
gegenwärtigen  Zeitverhältnisse,  wo  ausnahmsweise  Vorgänge  an
die  Stelle  der  Normen  treten  müssen,  darauf  anzutragen:  dass
die  Akademie,  oder  wenigstens  die  Classe,  die  Aufmerksamkeit  des
Herrn  Ministers  auf  die  so  hochwichtige  Angelegenheit  lenke.
An  der  hierüber  entstandenen  Discussion  nahmen  ausser  dem
Antragsteller  noch  der  Präsident,  der  Secretär,  und  die
Herren  Burg,  Fenzl  und  Haidinger  Antheil,  und  der  Präsident
bemerkte  insbesondere,  dass  diese  Frage  auch  in  wissenschaftlichem
Interesse  an  der  Zeit  sei,  da  es  nicht  gleichgültig  bleiben  könne,
wie  die  Akademie  sich  zu  Deutschland  verhalte,  indem  grosse
politische  Fragen  immer  auch  die  Interessen  der  Wissenschaft
berühren.
Die  Classe  beschloss  einstimmig  den  Präsidenten  der  Akademie
Freiherrn  H  a  m  m  e  r  -P  u  rg  s  t  a  11  aufzufordern  eine  Gesammtsitzung
einzuberufen,  um  zu  berathen,  wie  der  Herr  Minister  des  Innern  von
            
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