Schrötter. Anfrage wegen der Reichs Versammlung.
1S9
anzunehmen, sie möge veranlassen, dass das Tellur möglichst für
die Wissenschaften erhalten werde, indem man auf irgend eine
Weise ein technisches Verfahren bei der Zugutebringung der Erze
einschlägt, wobei es gewonnen wird, um es in den Handel zu
bringen.
Der Antrag wird genehmiget.
Professor Schrötter stellte die Anfrage: Ob die Akademie
in Betreff der mit Anfang Mai zu Frankfurt zusammenkommenden
Reichsversammlung, da von anderer Seite bei uns kein Lebenszeichen
gegeben wird, nicht ein solches gehen solle? Die Österreicher
seien hei den Vorberathungen zu spät zu Frankfurt angekommen,
und es mussten Vertreter der Österreicher von Fremden gewählt
werden. Es ist dringend nöthig, dass man für Wahlen von Abgeordneten
zu dieser Reichsversammlung Vorsorge treffe. Damit nun keine
Zeit verloren gehe, wäre der Herr Minister des Innern sogleich
auf diesen Gegenstand aufmerksam zu machen. Obwohl Professor
Schrötter an dem in der Akademie schon oft ausgesprochenen
Grundsätze festhalte, dass die Akademie sich bloss mit der Wissenschaft
als solcher zu beschäftigen habe, und politische Gegenstände
bei Seite lassen solle, so veranlasse ihn die Eigentlnimlichkeit der
gegenwärtigen Zeitverhältnisse, wo ausnahmsweise Vorgänge an
die Stelle der Normen treten müssen, darauf anzutragen: dass
die Akademie, oder wenigstens die Classe, die Aufmerksamkeit des
Herrn Ministers auf die so hochwichtige Angelegenheit lenke.
An der hierüber entstandenen Discussion nahmen ausser dem
Antragsteller noch der Präsident, der Secretär, und die
Herren Burg, Fenzl und Haidinger Antheil, und der Präsident
bemerkte insbesondere, dass diese Frage auch in wissenschaftlichem
Interesse an der Zeit sei, da es nicht gleichgültig bleiben könne,
wie die Akademie sich zu Deutschland verhalte, indem grosse
politische Fragen immer auch die Interessen der Wissenschaft
berühren.
Die Classe beschloss einstimmig den Präsidenten der Akademie
Freiherrn H a m m e r -P u rg s t a 11 aufzufordern eine Gesammtsitzung
einzuberufen, um zu berathen, wie der Herr Minister des Innern von