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Haidinger. Über den Verkauf von Tellur.
2. Die mathematisch - naturwissenschaftliche Classe ernennt
eine Commission zur Vorlage der ausführlicheren mit Herrn Barrande
noch näher zu besprechenden Vorschläge.
Die Classe weiset diesen Antrag einer Commission, bestehend
aus dem Herrn Antragsteller und den Herren Kollar, Partsch
und v. Ettingshausen, zur Berichterstattung zu.
Bergrath Haidinger stellte noch folgenden Antrag:
Cato der Censor, pflegte jede Rede zu schliessen: „Ego vero
censeo, Carthaginem esse delendam." Seit geraumer Zeit enthalten
unseres hochverehrten Correspondenten Wohl er Briefe jedesmal
den Wunsch nach Tellur ausgedrückt, der letzte derselben, den ich
erhielt, vom 4. April, wie folgt':
„Übrigens hin ich der Meinung, dass es möglich sein müsste,
zum Nutzen der Wissenschaft das schöne Tellur in Siebenbürgen
zu erhalten, und nicht zum Teufel gehen zu lassen.”
Es ist mir zwar nicht unbekannt, dass diese Frage, nämlich
Mittel und Wege aufzufinden, um aus den seltenen Gold- und Tellurverbindungen
von Siebenbürgen das letztere für wissenschaftliche
Zwecke zu gewinnen, in der letzten Zeit vielfach besprochen worden
ist, allein es ist wohl gegenwärtig dem Einflüsse der montanistischen
Behörde in Wien wieder weiter entrückt, als es bisher der Fall war.
Um so nothwendiger erscheint eine unmittelbare Verwendung von
Seite der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der kaiserlichen
Akademie der Wissenschaften. Mancher günstige Moment ist
seit der Entdeckung des Tellurs durch Müller von Reichenstein
und Klaproth seit den vielen Jahren, wo dieser Gegenstand den
Wunsch aller Chemiker bildete, ungenützt vorüber gegangen. Ich
hoffe, es heisst nicht auch hier „zu spät”, denn es sind doch noch
immer dieselben interessanten Erze im Anbruch, und wenn auch
grosse Mengen bereits unwiederbringlich verloren sind, so ist doch
auch die Chemie selbst so weit vorgeschritten, dass ihre Anwendung
in der Hüttenkunde jetzt Resultate hoffen lässt, die früher nicht
erzielt werden konnten.
Ich bitte daher die hochverehrte Classe sich für diese Sache
freundlichst hei der k. k. Hofkammer im Münz- und Bergwesen