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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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H  a  i  d  i  n  g  e  r.  Ad  trüge,  Barran  d  e’  s  Werk

Schon  bei  mehreren  Gelegenheiten  war  es  meine  Pflicht,  die
grossen  Verdienste  dieses  eifrigen  Forschers  anzuerkennen,  ich
möchte  es  heute  wiederholen,  aber  ich  bediene  mich  dabei  gerne
der  Worte  jener  drei  gewichtigen  Zeugen,  die  Herr  Barrande
selbst  anruft,  der  Herren  Sir  Roderick  Murchison,  de  Verneu ­
  il  und  Graf  Keyserling,  so  wie  sie  in  jenem  Briefe  an  Leonhard ­
  in  Jameson's  „Edinburgh  New  Philosoph.  Journal"
enthalten  sind.  Sir  R.  Mu  r  c  his  o  n  sagt:  „Im  Namen  meiner  Freunde
und  in  meinem  eigenen  versichere  ich  mit  voller  Zuversicht,  dass
die  von  Herrn  Barrande  gebildete  Sammlung  silurischer  Fossilien
weitaus  die  reichste  his  jetzt  bekannt  gewordene  ist  aus  irgend  einer
Gegend  in  Europa,  wenn  nicht  auf  der  ganzen  Erde.”  Ferner:  „Indem
wir  die  Schönheit  und  Verschiedenheit  der  Thierformen,  welche
Herr  Barrande  an  das  Licht  gebracht  hat,  bewundern,  können  wir,
meine  Freunde  und  ich,  nie  genug  seine  in  den  letzten  zehn  Jahren
geleisteten  Arbeiten  hervorheben,  noch  auch  hinlänglich  den  Unternehmungsgeist ­
  und  die  Liehe  zur  Wissenschaft  anrühmen,  mit
welchem  ein  einzelner  französischer  Forscher  ohne  fremde  Beihilfe,
durch  die  reichliche  Anwendung  seiner  eigenen  Geldkräfte,  so  viele
neue  Anbrüche  in  dem  Aufsuchen  jener  „Medaillen  alter  Schöpfung”
erölfnete,  so  wie  das  richtige  Urtheil  und  die  scharfe  Kritik,  mit
welcher  er  erfolgreich  an  die  800  sibirische  Fossilien  classificirte,
und  sie  nun  beschreibt,  von  denen  eine  jede  Gruppe  einen  wohlbegrenzten ­
  physikalischen  Horizont  charakterisirt.  Die  ausserordentliche ­
  Genauigkeit,  mit  welcher  Herr  Barrande  diesen  schwierigen
Theil  seines  Gegenstandes  behandelte,  ist  in  der  That  über  alles
Lob  erhaben,  und  sei  es,  dass  ich  seine  Arbeiten  auf  dem  so  complicirten
  Felde  betrachte,  oder  in  seiner  Sammlung,  wo  ihre  fruchtbaren ­
  und  wohlgeordneten  Erfolge  erscheinen,  so  muss  ich  zur
Steuer  der  Wahrheit  sagen,  dass  das  Werk  der  Beschreibung,  wenn
es  vollendet  ist,  eine  der  allerbesten  und  interessantesten  Monographien ­
  sein  wird,  die  je  die  wissenschaftliche  Geologie  bereichert
haben."
Dies  ist  der  Charakter  des  Werkes,  um  dessen  Herausgabe
zu  vermitteln  die  Hilfe  der  kaiserlichen  Akademie  der  Wissenschaften ­
  in  Anspruch  genommen  werden  soll.  Werke  dieser  Art
sind  wohl  nie  mit  der  Aussicht  auf  Geldgewinn  unternommen  worden.
Wer  kann  die  vielfältigen  Opfer  ersetzen,  die  ihre  ganze  Entwicke-
            
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