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H a i d i n g e r. Ad trüge, Barran d e’ s Werk
Schon bei mehreren Gelegenheiten war es meine Pflicht, die
grossen Verdienste dieses eifrigen Forschers anzuerkennen, ich
möchte es heute wiederholen, aber ich bediene mich dabei gerne
der Worte jener drei gewichtigen Zeugen, die Herr Barrande
selbst anruft, der Herren Sir Roderick Murchison, de Verneu
il und Graf Keyserling, so wie sie in jenem Briefe an Leonhard
in Jameson's „Edinburgh New Philosoph. Journal"
enthalten sind. Sir R. Mu r c his o n sagt: „Im Namen meiner Freunde
und in meinem eigenen versichere ich mit voller Zuversicht, dass
die von Herrn Barrande gebildete Sammlung silurischer Fossilien
weitaus die reichste his jetzt bekannt gewordene ist aus irgend einer
Gegend in Europa, wenn nicht auf der ganzen Erde.” Ferner: „Indem
wir die Schönheit und Verschiedenheit der Thierformen, welche
Herr Barrande an das Licht gebracht hat, bewundern, können wir,
meine Freunde und ich, nie genug seine in den letzten zehn Jahren
geleisteten Arbeiten hervorheben, noch auch hinlänglich den Unternehmungsgeist
und die Liehe zur Wissenschaft anrühmen, mit
welchem ein einzelner französischer Forscher ohne fremde Beihilfe,
durch die reichliche Anwendung seiner eigenen Geldkräfte, so viele
neue Anbrüche in dem Aufsuchen jener „Medaillen alter Schöpfung”
erölfnete, so wie das richtige Urtheil und die scharfe Kritik, mit
welcher er erfolgreich an die 800 sibirische Fossilien classificirte,
und sie nun beschreibt, von denen eine jede Gruppe einen wohlbegrenzten
physikalischen Horizont charakterisirt. Die ausserordentliche
Genauigkeit, mit welcher Herr Barrande diesen schwierigen
Theil seines Gegenstandes behandelte, ist in der That über alles
Lob erhaben, und sei es, dass ich seine Arbeiten auf dem so complicirten
Felde betrachte, oder in seiner Sammlung, wo ihre fruchtbaren
und wohlgeordneten Erfolge erscheinen, so muss ich zur
Steuer der Wahrheit sagen, dass das Werk der Beschreibung, wenn
es vollendet ist, eine der allerbesten und interessantesten Monographien
sein wird, die je die wissenschaftliche Geologie bereichert
haben."
Dies ist der Charakter des Werkes, um dessen Herausgabe
zu vermitteln die Hilfe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften
in Anspruch genommen werden soll. Werke dieser Art
sind wohl nie mit der Aussicht auf Geldgewinn unternommen worden.
Wer kann die vielfältigen Opfer ersetzen, die ihre ganze Entwicke-