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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

im  lebenden  Thierkörper.

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nicht  zur  Entwickelung  und  genauen  Bestimmung-  der  Species  nach
dem  vollkommenen  Thiere  verwendet  werden.  Aus  dem  Vergleich
mit  den  wenigen  bisher  beschriebenen  Larven  glaubte  ich  die  oben
bemerkte  Art  vor  mir  zu  haben.  Ihre  Öconomie  istvonBouche
in  Berlin  zuerst  beschrieben  worden,  sie  lebt  in  faulem  Mist,
altem  Käse  u.  s.  w.  und  soll  auch  nach  Ehrenberg’s  Mittheilung  mit
Urin  abgegangen  sein.  Wie  ist  nun  die  Fliege  in  den  Körper  des
Mädchens  gekommen?  Auf  die  Erkundigung  um  das  frühere  Befinden
  des  Mädchens  bemerkte  der  Arzt,  dass  es  an  einer  langwierigen ­
  Halsenzündung  gelitten  und  dass  Eiterung  der  Tonsillen  vorangegangen ­
  ,  welche  auch  in  diesem  Augenblicke  noch  leidend  wären.
Dieser  Umstand  und  die  Bemerkung,  dass  die  Kranke  immer  mit
offenem  Munde  schlafe,  brachte  neues  Licht  in  die  Erscheinung.
Die  Fliege,  welche  gleich  der  Stubenfliege  sich  in  den  Häusern
aufhält,  ist  durch  den  Eitergeruch  angelockt  worden  und  hat  ihre
Eier,  oder  vielleicht  sogar  schon  die  lebenden  Maden  in  den  Mund
gelegt,  die  dann  wahrscheinlich  in  den  eiternden  Tonsillen  ihren
ersten  Sitz  aufgeschlagen  haben.  Ob  sie  tiefer  und  selbst  bis  in
den  Magen  herabgekrochen  und  daselbst  die  erwähnten  krankhaften
Erscheinungen  unmittelbar  verursacht  haben,  oder  oh  diese  Erscheinungen ­
  nur  sympathetisch  sich  eingestellt,  lässt  sich  nicht  mit  Gewissheit ­
  bestimmen.
Dass  die  Larven  der  Musca  Caesar  und  Musca  azurea  sich
in  die  Leiber  junger  Vögel  im  Neste  eingefressen  und  die  Thiere
umgebracht  haben,  ist  mir  durch  einen  eifrigen  Naturforscher,
Herrn  Sch  eff  er  in  Mödling,  nach  eigener  Beobachtung  mitgetheilt
  worden.

Zu  den  von  Herrn  Kollar  angeführten  Fällen,  fügt  Professor ­
  Hyrtl  einen  ähnlichen  hinzu  von  Fliegenmaden  in  der  Harnblase ­
  eines  Kranken.  Derselbe  konnte  nur  durch  Anwendung  eines
Katheters  harnen;  das  Instrument  wurde  nicht  ausgespült,  in  der
Sommerhitze  ging  der  darin  zurückgebliebene  Harn  in  Fäulniss
über,  der  Ammoniakgeruch  zog  die  Fliegen  an  und  sie  legten  ihre
Eier  in  den  Katheter,  mittelst  dessen  diese  dann  in  die  Harnblase
gebracht  wurden.
            
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