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Koller. Berechnung periodischer Naturerscheinungen.
Die mathematische Behandlung dieser Erscheinungen ist ein
wesentlicher Behelf zur Erforschung ihrer Gesetze und Erklärung
derselben. Werden diese Beobachtungen in einem mathematischen
Ausdrucke dargestellt, so gibt er selbe, wie sich Bes sei ausdrückt,
in ihrer concisesten Form, und zeigt am unmittelbarsten,
was die Theorie an dieser Erscheinung zu erklären hat.
Als ich die vieljährigen und zahlreichen meteorologischen
Beobachtungen, in deren Besitze sich die Sternwarte in Kremsmünster
befindet, in diesem Geiste zu bearbeiten anling, fühlte
ich nur zu bald das Bedürfniss einer vollständigen Zusammenstellung
und gehörigen Begründung sowohl der Theorie, auf der die
mathematische Behandlung dieser Erscheinungen beruht, als auch
ihrer praktischen Ausführung. So schätzbar das von einzelnen Naturforschern
darüber Bekanntgemaehte ist, so findet man es doch theils
zerstreut, theils unvollständig, oft nur bloss angedeutet.
Dieser Arbeit habe ich mich wohl zunächst zu meiner eigenen
Belehrung und Gebrauche unterzogen, doch die Überzeugung,
dass sie Manchem, der sich einer solchen Behandlung der gemachten
Beobachtungen unterziehen will, willkommen und seinen Zweck
fördernd sein dürfte, bestimmt mich, diese Abhandlung hiermit
der kais.,Akademie vorzulegen, und ich will nur noch eine kurze
Übersicht über das darin Ahgehandelte beifügen.
Der mathematische Ausdruck, welcher die numerische Grösse
der Erscheinung in irgend einem Zeitmomente ihrer Periode darstellt,
muss so beschaffen sein, dass er nach dem einfachen,
doppelten, . . . fachen Abläufe der Periode diese Erscheinung in
der nämlichen Ordnung und Grösse wieder darstellt.
Bei der Feststellung dieses Ausdruckes zeigt es sich, dass er
in der Regel sehr convergent ist, und nur wenige Glieder desselben
entwickelt werden dürfen, um die Erscheinung mit der
gewünschten Schärfe darzustellen, man hat daher gewöhnlich mehr
Beobachtungen als Constanten in diesem Ausdrucke zu bestimmen
sind, daher wird zur Bestimmung der plausibelsten Werthe
dieser Constanten die Methode der kleinsten Quadrate angewendet,
bei welcher alle Beobachtungen auf die Bestimmung dieser
Grössen einfliessen.
Ich habe die Anwendung dieser Methode auf die vorliegende
Aufgabe vollständig und mit der gehörigen Begründung durchge-