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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Koller.  Berechnung  periodischer  Naturerscheinungen.

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einander  entfernt  als  an  den  Seiten,  und  stellen  eine  Art  von  concentrisch
  schaliger  Zusammensetzung  vor.
Das  Vorkommen  des  Kalkspathes  in  einigen,  das  des  Aragons
in  andern  Tropfsteinen  deutet  übereinstimmend  mit  Gustav  Rose’s
schönen  Erfahrungen  gewiss  auf  eine  Verschiedenheit  in  der  Temperatur ­
  hin,  welche  bei  ihrer  Entstehung  Statt  fand.  Das  Karlsbader ­
  Wasser  setzt  bei  S9°  R.  noch  Aragon  ab,  aber  die  untere
Gränze  der  Bildung  desselben,  ein  sehr  wichtiger  Punkt  für  die
Beurtheilung  der  dahin  zielenden  geologischen  Fragen,  ist  noch
nicht  durch  Versuch  ausgemittelt,  eben  so  wenig  als  die  obere,
jenseits  welcher  auch  nicht  Aragon,  sondern  Kalkspath  entsteht.
Es  gibt  sinterartige  Bildungen,  wo  Aragon  auf  körnigem  Kalksteine,
wo  aber  dieser  trübe  und  von  bräunlicher  Farbe  ist,  aufsitzt,  andere
wo  die  beiden  Species  mit  einander  schichtenweise  abwechseln,
beide  vollkommen  weiss,  endlich  sind  die  weissen  durchsichtigen
Kalkspath-Krystalle  von  der  Form  2  R',  oder  des  nächstschärferen ­
  Rhomboeders  der  Reihe  -—  inverse  von  Haüy  —  ganz  sicher
neuer  und  hei  niedrigerer  Temperatur  gebildet,  als  der  Aragon.
Die  Gestalt  und  Zusammensetzung,  überhaupt  die  ganze  Beschaffenheit ­
  der  Tropfsteine  erscheint  auf  diese  Art  sehr  wichtig  für  das
Studium  der  Bildung  der  Gestein-Schichten.  Wenn  ich  hier  einen
kleinen  Beitrag  zu  ihrer  Kenntniss  liefern  konnte,  so  erscheint  er
selbst  mehr  nur  wie  ein  Fingerzeig,  ein  Anfang  in  den  dahin
gehörigen  Arbeiten,  zu  denen  ich  gern  die  Mineralogen  und  Geologen ­
  einladen  möchte,  welchen  sich  die  Gelegenheit  darbietet,
weitere  Erfahrungen  in  Mineralien  -  Cabineten  und  in  der  Natur
zu  sammeln.

Herr  Regierungsrath  P.  Marian  Koller  überreicht  eine
Abhandlung  —  „Über  die  Berechnung  periodischer  Naturerscheinungen” ­
  —  und  hält  darüber  folgenden  Vortrag:
Unter  den  Erscheinungen,  deren  Gesetze  die  Naturlehre
erforscht,  und  welche  sie  zu  erklären  sucht,  nehmen  die  periodischen ­
  Naturerscheinungen  eine  wichtige  Stelle  ein,  nämlich  jene,
die  nach  einer  bestimmten  Zeit  in  derselben  Ordnung  und  Grösse
wiederkehren.
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