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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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und  die  Prauen-Höhle.  I  rtO
gischen  Sammlung  des  k.  k.  montanistischen  Museums  einordnete.
Es  ist  ein  Fragment  eines  stumpfeckigen  Tropfsteines  von  anderthalb ­
  Zoll  Länge  und  etwa  zwei  Zoll  Durchmesser,  beiderseits
durch  eine  einzige  Theilungsfläche  begrenzt,  die  zu  innerst
vollkommen  eben  ist,  und  nur  gegen  die  Oberfläche  zu  das  sogenannte ­
  blumigblättrige  Ansehen  aus  Mangel  an  vollständiger  Ebenheit ­
  annimmt.
Einen  ausnehmend  sonderbaren  Tropfstein  besitzt  das  montanistische ­
  Museum  aus  der  Gegend  von  Triest  „aus  einer  Kluft  aus
dem  bunten  Sandstein-Gebilde  zwischen  Triest  und  Capo  d'Istria,
nach  der  Angabe  des  Herrn  Professors  Riep  1,  durch  welchen  das
Stück  in  die  frühere  Sammlung  des  polytechnischen  Institutes  kam.
Er  ist  7 1 / 2  Zoll  lang,  an  einem  Ende  1  ’/ 2 ,  am  andern  3 / t  Zoll  dick.
Die  Oberfläche  erscheint,  wenn  auch  nicht  eben,  doch  vollkommen
glatt,  und  ziemlich  glänzend.  Bei  genauerer  Besichtigung  entdeckt
man  über  und  über  auf  derselben  vertheilt  zahllose  kleine,  glänzende ­
  gl  eich  s  eit  i  ge  Dreiecke  zwischen  vertieften  Linien,  die
Seiten  der  Dreiecke  eine  halbe  Linie  lang  und  noch  kleiner.
Diese  Dreiecke  sind  die  Flächen  senkrecht  auf  die  Axe  der
Krystall-Individuen,  aus  welchen  der  Tropfstein  besteht,  und  die  sich
im  Querbruche  eben  so  deutlich  in  excentrisch  divergirender  Lage
darstellen.  Die  dreieckige  Figur  erhalten  diese  Flächen  (die  krystallographischen
  Basen,  oder  0  der  Bezeichnung)  aber  wegen  des
Durchschnittes  mit  den  Flächen  des  von  Haüy  durch  f  bezeichneten
Rhomboeders,  des  nächstschärferen  in  der  Hauptreihe  der  Rhomboeder ­
  (2  R'  der  krystallographischen  Bezeichnung)  mit  Winkeln
von  78°ä  1',  ein  Rhomboeder,  das  beim  Kalkspathe  so  charakteristisch ­
  für  diejenigen  Bildungen  erscheint,  welche  mit  der  Entstehung ­
  von  Eisenoxydhydrat  gleichzeitig  sind.
Ich  kann  diese  Betrachtungen  nicht  schliessen,  ohne  noch  ein
paar  Worte  über  zwei  Erscheinungen  zu  sagen  ,  die  so  oft  bei
Kalktropfsteinen  Vorkommen,  die  Hohlcanäle  in  der  Axe  derselben,
und  die  Bildung  von  Aragon  anstatt  Kalkspath  in  einigen  der  vorkommenden ­
  Fälle.
Werners  pfeifenröhrige  Gestalten  sind  hohle  Cylinder  von
theilbarem  Kalkspathe,  aber  man  findet  diese  senkrechten  Canäle
auch  bei  Tropfsteinen,  welche  die  gewöhnliche  divergirende
Structur  besitzen;  ein  Stück  in  dem  montanistischen  Museum  von
Sitzb.  d.  mathem.-naturw.  CI.  I.  Bd.

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