Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

144

Haidinger.  Die  Galmeidie

  Tlieile  des  äussern  Umschlusses  zwischen  den  beiden,  dem
grossen  und  dem  kleinen  Tropfsteine,  obwohl  sie  deutlich  mit  jener
äussern  weissen  Kalkspathrinde  Zusammenhängen,  doch  weniger
porös,  weit  durchscheinender  und  fester  auskrystallisirt  sind.  Es
ist  dies  eine  natürliche  Folge  davon,  dass  diese  Tlieile,  obwohl
unter  ähnlichen  Verhältnissen  ursprünglich  abgesetzt,  doch,  entfernter ­
  von  der  Oberfläche  der  ganzen  Gestalt,  dem  Absätze  krystallinischer
  Materie  Gelegenheit  darboten.
Unter  den  aus  der  Galmeihöhle  eingesandten  Stücken  verdient
noch  eines  eine  besondere  Erwähnung.  Es  gehört  zu  den  noch
ganz  weichen,  es  lässt  sich  vollständig  mit  dem  Messer  schneiden,
besteht  aber  doch  aus  abwechselnden  Lagen,  von  denen  einige
eine  matte  Politur  annehmen,  während  andere  noch  von  ganz
pulveriger  Bergmilch  dazwischen  liegen.  Der  Abdruck ­
  Fig.  2,  ist  von  der  Natur  genommen.  Die
Länge  des  erhaltenen  Fragmentes,  senkrecht  auf
jenem  Schnitte,  beträgt  IS  Zoll.  Ungeachtet
meiner  Nachfrage  konnte  ich  nichts  Näheres  über
die  Lage  erfahren,  in  welcher  das  Stück  ursprünglich ­
  in  der  llöljle  gebildet  war.
Wenn  aber  nun  aus  den  Stalaktiten  von
Neuberg  unzweifelhaft  hervorgeht,  dass  ihre  Bildung ­
  mit  der  Ablagerung  von  Bergmilch  beginnt,
deren  Theilchen  sich  erst  in  faseriger  Struetur
zusammenordnen,  um  dann  später  krystallinische
Festigkeit  und  mineralogisch  individualisirten  Bestand ­
  anzunehmen,  so  trifft  man  doch  auch  andere ­
  Kalk-Stalaktiten,  die  an  ihrer  Oberfläche
selbst  ganz  krystallinisch  sind,  wenn  sie  auch  die
Spuren  eines  schichtenweise  geschehenen  Absatzes ­
  an  sich  tragen.  Man  darf  bei  solchem
Vorkommen  zwar  Analogie  in  der  Bildung  darin
voraussetzen,  dass  sich  erst  kohlensaurer  Kalk  niederschlug,  aber
es  mögen  andere  Verhältnisse,  etwa  die  Temperatur,  dergestalt
auf  die  krystallinische  Anziehung  eingewirkt  haben,  dass  der
Anschluss  an  die  bereits  krystallinisch  geformte  Centralmasse  unmittelbar ­
  erfolgte,  wie  bei  einem  Stücke  von  unbekannten  Fundorten, ­
  das  ich  aus  Schottland  mitbrachte,  und  nun  der  terminolo-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.