Scbrötter. Über den Amorphismus mehrerer Grundstoffe. 135
mit L. v. Buch’s oben angeführten Daten vollkommen gewiss. Die
Häufigkeit der kleinen Drusenräume selbst erinnert an die Structur
der Dolomite. Es ist Granit mit Dolomit-Structur. Ein ähnlicher
Vorgang wie der bei der Bildung des Dolomits aus Kalkstein
muss stattgefunden haben, wenn auch mit anderen Bestandteilen.
Schwieriger als dort wird es aber bleiben, die Natur der Gebirgsfeuchtigkeit
nachzuweisen. Dass unter den Bestandteilen derselben
Fluor gewesen sein müsse, beweist wohl hinlänglich der so häufig
vorkommende Flussspat, in welchem gerade das Calcium enthalten
ist, von dem man nach Allem berechtigt ist anzunehmen, dass es
bei diesen Veränderungen gerne vorzüglich durch Kali ersetzt wird.
Kali erscheint aber auch in dem neugehildeten zweiaxigen weissen
Glimmer, und zwar in Begleitung von Fluor sowohl als Eisen, wogegen
Kalkerde und Magnesia fehlen.
Wir stehen nun an einem wichtigen Abschnitte zusammengehöriger
Studien, die aber hier, eben wie in meiner früheren Mitteilung,
auch nur angedeutet werden konnten.
Herr Prof. Sehrötter macht der Classe einige nähere vorläufige
Mittheilungen über die Fähigkeit anderer Stoffe, so wie der
Phosphor unter geeigneten Umständen in den amorphen Zustand
überzutreten. Als solche bezeichnet der Herr Professor Kohlenstoff,
Arsenik und Schwefel. Schon in der Abhandlung über den Phosphor
ist darauf hingewiesen worden. Versuche über die Umsetzung des
Kohlenstoffes aus dem krystallisirten Zustande, wo er als Diamant
erscheint, in den amorphen, hat ohne es zu wissen bereits Kaiser
Franz I. angestellt, indem er, wie bekannt, Diamanten einer hohen
Temperatur aussetzte. Unter verschiedenen von dieser Zeit her im
kaiserlichen Mineralien -Cabinete aufbewahrten Stücken befindet
sicheines (Prof. Sehr öfter wies es vor), welches theilweise
schwarz, also undurchsichtig geworden, während es an anderen
Stellen noch durchsichtig ist. Es unterliegt keinem Zweifel, dass
dieser Diamant wirklich durch die Erwärmung so verändert worden,
und nicht schon ursprünglich schwarz gewesen, denn das Stück
ist geschliffen, was sicher nicht geschehen wäre, wenn es sich
ursprünglich schon in diesem Zustande, welcher keinen Grund es der
Mühe des Schleifens zu unterziehen darbot, befunden hätte. Das
specifische Gewicht dieses Stückes war früher unrichtig bestimmt