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H a i d i n g e r. Gruppirung der Feldspathe.
Der Vergleich, den ich zwischen der Krystall-B-ildung der verschiedenen
Feldspath-Species und den der verschiedenen Eisenund
Kupfervitriole anstellte, glaube ich, dürfte sich auch jetzt noch
bewähren. Die vorwaltende Species, die sich eben in den für sie
günstigstenKrystallisations-Verhältnissen befindet, nimmt einen Tbeil
von etwas abweichender Mischung in ihre Form auf, so zum Beispiele
der vorwaltende Kali-Feldspatli einen kleinen Antheil von
Natron-Feldspath. In einer spätem geognostisehen Stellung kann
dagegen die Anziehung der Theilchen des Natron-Feldspathes oder
Albits so stark gewesen sein, dass sie aus dem Krystall-Gefüge
lierausgezogen sich an der Oberfläche sammeln, und ihre eigenthümliche
Krystallform annehmen konnten. Es verdient beachtet zu werden,
dass der Absatz von Albit sich auf jener Fläche befindet, welche
die offenste Theilungsfläche P unter rechten oder beinahe rechten
Winkeln schneiden.
Aber nicht bloss die beiden Alkalien, Kali und Natron, kommen
als charakteristische Basen in den Feldspathen vor, auch die Kalkerde
im Labrador, Oligoklas, die Talkerde im Anortbit erheischen unsere
Aufmerksamkeit, wo sie in mancherlei wechselnden Verhältnissen
erscheinen.
Herrn v. Hubert's chemische Analyse des durchsichtigen und
undurchsichtigen Periklins von Pfitsch weist insbesondere daraufhin,
dass eine kleine Menge Kalkerde aus der Mischung des erstem in
der Veränderung ausgeschieden wird. Bringt man aber damit die Erscheinung
der auf der Oberfläche der früher beschriebenen Varietät
abgesetzten Adular-Krystalle in Verbindung, so erscheint in der fortschreitenden
Metamorphose deutlich ein Austausch von Kali, welches
von dem Gebirgsfeuchtigkeits-Strome zugeführt, gegen Kalkerde die
durch denselben wieder entfernt wurde.
Bei dem Granite von Baveno mit seinem weissen Kerne, seiner
rothen Schale liegt nun freilich die Frage nahe, wenn sich in der letzteren
der Kalifeldspath rotb, undurchsichtig, von dem Natronfeldspathe
weiss, durchsichtig gesondert hat, ob nicht der Feldspath des Kerns
weder das eine noch das andere, sondern — wenigstens zum Theile —
Oligoklas ist. Albit bildet nach G. Piose nie einen eigentlichen
Gemengtheil eines Gesteines, sondern erscheint auf Gängen und in
Drusen. Dass in dem rothen Granite nach der ursprünglichen Krystallisation
noch Metamorphose Statt gefunden, ist übereinstimmend