Ileckel. Über fossile Fische.
129
Trefflichste ausführte, die uneigennützige Gefälligkeit, die fertigen
Tafeln einstweilen in meinen Händen zu belassen, bis ihre beabsichtigte
Vervielfältigung durch den Druck erfolgen könne.
So entstand nach und nach diese Sammlung von schönen bildlichen
Darstellungen, welche ich die Ehre habe, Ihnen hier vorzulegen.
Der Text hiezu ist theilweise gleichfalls fertig; vorzüglich
aber sind die nöthigen Untersuchungen, in Bezug auf systematische
Stellung, Gattung und Art der abgebildeten Fische, bereits bei
allen geschehen.
Was nun der verehrten Classe abgebildet hier vorliegt, sind,
nebst einer unrichtig benannten, 33 bisher noch völlig neue Arten.
Manche derselben, wie Trachinus Dracunculus, Lepidopus leptospondylum,
Chatoessus longimanus, gehören zu recenten Gattungen,
woraus bisher noch kein einziger fossiler Vorgänger bekannt war.
Durch Professor Sa dl er in Pestli erhielt ich sogar die ersten Fragmente
aus einer der grössten Süsswasser-Familien, den Silur oiden,
die man bisher ausschliesslich als nur der Jetztwelt angehörig
betrachtete. Es bestehen diese Fragmente aus dem zweiten Knochenstrahle
der Rückenflosse und dem ersten aus der Brustflosse
eines kleinen Fisches, der in die tropische Gattung Bagrus gehört, und
dem ich den Namen des gelehrten Einsenders heigelegt habe. Unter
den neuen Gattungen erlaube ich mir nur, um nicht weitläufig zu werden,
auf eine aufmerksam zu machen; es ist jene mit dem Saurierkopfe,
dem störartig beschilderten Körper, und der dabei homocerken
Schwanzflosse; eine hoch ausgezeichnete Gestalt, wie sich weder
unter fossilen noch lebenden Fischen bisher Ähnliches fand. Der
Fisch ist aus der Familie der Sclerodermen, derselben, die in der
fossilen Welt schon den so merkwürdigen Blochius aufzuweisen hat.
Die verehrten Herren werden leicht bemerken, dass die Originalien
zu diesen Abbildungen verschiedenen Erdschichten entnommen
sind. Als interessante Resultate über das nicht hinreichend
festgestellte relative Alter einiger dieser Schichten ergab sich,
nach Untersuchung meines bisherigen Materials vom ichthyologischen
Standpunkte aus, ganz kurz folgendes:
Raibel gehört der Liasformation, Comen der oberen Jura, Pola,
Lesina der Kreide an, Radoboy, CracowizaundNikolscliitz sind tertiär.
Dieselben Mittheilungen hatte ich vor einigen Monaten Herrn
Murchisson gemacht, der sie bei Gelegenheit der letzten in
Sitzb. d. mathem.-naturw. CI. I. Bd. 9