128
He ekel. Über fossile Fische.
Es wäre überflüssig in einem Vereine gelehrter Männer weitläufig
auseinander setzen zu wollen, welchen Anthcil die Kenntniss
vorweltlicher Fische bei dem gegenwärtigen Fortschritte der Naturgeschichte
erlangt hat. Die fossilen Fische zeigen nicht allein dem
Systematiker manche in der Jetztwelt fehlende ausserordentliche
Typen und überraschende Übergangsformen in der gestaltenreichsten
und ältesten YVirbelthier-Classe, welche zuerst den Erdball
beherrschte; sie leiten auch die Forschungen des Geologen, und
bieten ihm besonders jetzt, nach den scharfsinnig aufgedeckten
Gesetzen ihrer verschiedenartigen Entstehungs-Perioden erwünschte
Anhaltspunkte zur möglich sicheren Bestimmung des relativen Alters
jener Erdschichten, in welchen sie gefunden werden.
Ich hatte es mir daher seit einigen Jahren zur besonderen
Aufgabe gestellt, dem Ansuchen, womit mehrere unserer ausgezeichneten
Geognosten, vorzüglich die Herren Custos Parts ch
und Bergrath Hai ding er mich beehren wollten, die fossilen
Fische ihrer Sammlungen zu bestimmen, besonders aber jene
inner den Marken des österreichischen Kaiserstaates vorkommende
näher zu untersuchen, mit Vergnügen und mit meinen besten
Kräften entgegen zu kommen. Dass eine solche Aufgabe mit manchen
Schwierigkeiten, detaillirten und viele Zeit raubenden Vergleichungen
verbunden sei, erhellt allein schon daraus, weil unter
geübteren Ichthyologen selten sich einer damit befassen wollte.
Das k. k. IIof-Naturalien-Cabinet, das montanistische Brünner,
dasPesther,Laibacher,Triestinerund ZaradinerMuseum, sowie viele
Private: Graf Breunner, Graf Latour, die P. P. Mecliitaristen,
Herr Emmerich in Wien; Doctor Jemelka, Baron Ozskay,
das evangelische Lyeeum in Ödenburg; Herr Binder in Elbogen,
Herr Heinrich in Brünn, Professor Unger in Gratz, Franz
v. Bosthorn in Klagenfurt, Professor Sadler in Pesth, Signor
Curioni in Mailand, lieferten nun, indem sie ihre Sammlungen
beinahe gleichzeitig mir zur Untersuchung übergaben,-ein wahrhaft
reichhaltiges Material. Zugleich erhielt ich vom Director
unserer Anstalt, Herrn Hofrath von Schreibers, die Zusage, Alles
was sich hei diesen Untersuchungen als Neu ergehen sollte, für die
Sammlung Seiner Majestät in den herkömmlichen Monats-Lieferungen
abbilden lassen zu dürfen. Ferner hatte unser Maler, Herr
Zehner, welcher unter meiner Leitung diese Abbildungen aufs