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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Dr.  Mcdovics  über  die  Gollubatzer  Mücken.

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Sollten  auch  die  Resultate  einer  solchen  Untersuchung  das
Übel  als  unheilbar  hinstellen,  so  würde  man  sich  wenigstens  in
Zukunft  die  immer  mit  Geldopfern  angewendeten,  oft  ganz  zweckwidrigen, ­
  ja  lächerlichen  Mittel  ersparen.
Es  wird  gewiss  niemand  einfallen,  die  Gelsen  oder  Schnacken
ausrotten  zu  wollen,  deren  Ökonomie  man  vollkommen  kennt,  weil
man  eben  durch  diese  Kenntniss  von  der  Unmöglichkeit  überzeugt
wird.  Beschränkt  sich  die  Erzeugung  der  Gollubatzer  Mücke  auf
einzelne  Bäche,  so  ist  an  ihrer  Ausrottung  nicht  zu  verzweifeln;
kömmt  sie  aber  gleich  den  Larven  der  Gelse  in  allen  stehenden
Wassern  vor,  dann  wäre  alle  Anstrengung  in  dieser  Hinsicht  eine
Arbeit  der  Danaiden.  Vor  allem  muss  also  durch  einen  gründlichen
Kenner  ausgemittelt  werden,  in  welche  Grenzen  die  Erzeugung
dieser  Fliege  eingeschlossen  ist.
Im  sechsten  und  letzten  Kapitel  seines  Berichtes  bemüht  sich
Dr.  Mcdovics  darzuthun,  dass  die  Gollubatzer  Mücke,  und  jenes
unter  dem  Namen  „kleine  Fliege"  bekannte  Insect,  welches  in  der
grösseren  Hälfte  des  Fürstenthumes  das  Hausvieh  tödtet,  eine  und
dieselbe  Mücke  sei.
Er  behauptet,  dass  die  Gollubatzer  Mücke  am  Orte  ihrer  Entstehung, ­
  nämlich  in  der  Gegend  um  das  alte  Schloss  Gollubatz,
gar  keinen  Schaden  anrichte,  weil  daselbst  ihre  Entwickelung  noch
nicht  vollkommen  sei,  dass  sie  aber,  je  weiter  sie  sich  von  der
Brutstätte  entfernt,  immer  kräftiger,  vollkommener  und  giftiger
werde,  dass  sie  sogar  mit  der  Zeit,  und  in  Folge  der  weitern  Wanderung ­
  die  Zeichnung  und  Farbe  ihres  Körpers  etwas  verändere.
Ich  muss  gestehen,  dass  ich  diese  Art  zu  argumentiren  durchaus
nicht  begreife.
Em  den  Puppen-Zustand  überstandenes,  also  völlig  entwickeltes ­
  Insect,  ein  Käfer,  ein  Schmetterling,  eine  Fliege  u.  s.  w.,
erleidet  in  seiner  Gestalt  und  Färbung  keine  weitere  Veränderung
mehr.  Was  hingegen  die  dynamischen  Wirkungen  gewisser  Arten
betrifft,  so  muss  ich  allerdings  eingestehen,  dass  sie  sich  nicht
immer  gleich  bleiben.  Jedermann  weiss  aus  Erfahrung,  dass  gewisse
Fliegen,  Bremsen,  Gelsen  oder  Schnaken  bei  schwüler  Gewitterluft ­
  viel  lästiger  sind,  als  bei  kühlem  und  heiterem  Wetter,  dass
namentlich  die  Gelsen  am  Abende  und  in  der  Nacht  hauptsächlich
ihr  Unwesen  treiben;  dass  ferner  die  grössere  oder  geringere
            
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