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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Di»,  Medovics  über  die  Gollubatzer  Mücken.

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Gollubatzer  Fliege  angesehen,  seine  umständlichere  Beschreibung
•davon  passt  ganz  auf  dieses  kryptogamische  Gewächs.
Um  darüber  ins  Klare  zu  kommen,  müsste  von  dieser  Masse
etwas  in  Weingeist  zur  Untersuchung  eingesendet  werden.
Nach  Dr.  Verdat's  Beobachtung  sind  zur  Entwickelung  der
von  ihm  beobachteten  Fliege  vom  Ei  an  bis  zum  vollkommenen  Insecte
4  —  S  Monate  erforderlich,  und  diese  Beobachtung  erscheint  durch
Analogien  vollkommen  bestätiget.
Herr  Dr.  Medovics  äussert  sich  über  diesen  Punkt  nicht  klar
genug:  er  behauptet  Anfangs,  dass  aus  dem  von  ihm  beschriebenen
Schleime,  welcher  die  Eier  enthält,  und  die  ganze  Oberfläche  der
Bäche  in  Form  eines  Netzes  bedeckt,  sich  zugleich  auch  die  Fliege
zu  Millionen  entwickelt.  Später  gesteht  er  aber  ein,  dass  er  in  diesem
Schleime  eine  Veränderung  beobachtet  habe,  dass  die  Brut  die  Form
eines  Würmchens  angenommen,  an  dem  man  Augen,  Kopf,  Kumpf,
und  an  diesem  Fiisse  unterscheiden  konnte.
Wie  sich  diese  Brut  von  nun  an  in  die  Mücke  verwandle,
konnte  er  wegen  Mangel  an  den  nöthigen  Werkzeugen  nicht  beobachten. ­

Er  hat  also  den  Puppenzustand,  wo  das  Thier  in  einem  tuttenförmigen, ­
  halb  offenen  Gehäuse  ruht,  nicht  gesehen.
Dieser  Mangel  einer  vollständigen  Beobachtung  übt  aber,  wie
er  ganz  richtig  bemerkt,  auf  die  Hauptabsicht,  nämlich  die  Ausrottung
der  Mücke,  keinen  wesentlichen  Nachtheil  aus.  Seine  erste  Angabe
über  die  Entstehung  der  Fliege  beruht  gewiss  auf  einer  Täuschung,
denn  unmöglich  kann  aus  dem  Ei  gleich  die  vollkommene  Fliege  zum
Vorscheine  kommen.
Wenn  es  übrigens  zur  Ausrottung  dieser  Mücke  nicht  unumgänglich ­
  nöthig  ist,  ihre  ganze  Entwickelung  vollständig  zu  kennen,
so  wäre  es  doch  wünschenswert])  zu  erfahren,  zu  welcher  Zeit  die
Gollubatzer  Mücke  als  Larve  vorhanden  sei,  und  wie  lange  dieser
Zustand  dauert,  denn  gerade  in  dieser  Zeit  richtet  man  durch  Mittel
der  Vertilgung  am  meisten  aus,  weil  das  Thier,  wenn  es  um  diese
Zeit  aus  dem  Wasser  geschafft  wird,  unrettbar  zu  Grunde  geht,  Wahrscheinlich ­
  ist  der  hohe  Sommer,  dann  der  Spätherbst,  der  ganze
Winter  bis  in  den  März  hinein  die  geeignetste  Zeit  zur  Ausrottung;
unser  Simulium  sericeum  wenigstens  existirt  zu  diesen  Zeiten  als
Larve  in  den  Bächen,
            
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