100
Kollar. Beurtheilung des Berichtes des
Man sieht, dass Dr. Medovics ein Anhänger der freiwilligen
Zeugung ist; er nimmt an, die Elemente der Golluhatzer Mücken
seien in dem Quellwasser enthalten, und gestalten sich unter günstigen
Umständen zuerst zu Schleim, zu Eiern, aus denen er dann
wirklich wurmähnliche Wesen, also Larven, sich entwickeln sah,
deren weitere Metamorphose er aus Mangel an geeigneten Werkzeugen
nicht verfolgen kannte. Es ist hier nicht der Ort, zu untersuchen,
oh und in wie weit eine freiwillige Zeugung hei organischen
Wesen zulässig sei; so viel ist indess gewiss, dass Wesen auf einer
so hohen Entwickelungsstufe wie die Insecten, jetzt gewiss nicht
von selbst entstehen.
Die Golluhatzer Fliege legt wie alle andern Insecten Eier, aus
denen sich Larven entwickeln, die sich dann verpuppen, und endlich
wieder als Fliege zum Vorscheine kommen.
Bei ihrem Schwärmen in so dichten Massen hat die Fliege
gewiss nicht hloss die Absicht ihrer Nahrung nachzugehen, sondern
auch eine für ihr Bestehen noch wichtigere Pflicht, jene der Fortpflanzung
zu erfüllen. Die pyramidenähnlichen Säulen verschiedener
Mücken, die wir an schönen Sommerabenden sich in der Luft erheben
sehen, haben keine andere Bestimmung als die Erfüllung dieser von
der Natur gebotenen Pflicht zur Erhaltung der Gattung. Es sind,
wenn ich so sagen darf, Mücken-Bälle, auf denen eheliche Banden
geschlossen werden, und der aufmerksame Beobachter kann ohne
Mühe die vereinten Paare aus dem gemeinsamen Reigen scheiden
und dem Ehebette zueilen sehen. So macht es unsere Gelse, und eine
Menge ihr mehr oder weniger verwandten Gattungen. Dieselbe
Erscheinung findet auch bei den Ameisen Statt, und Dr. Verdat
setzt einen ähnlichen Vorgang bei dem Simulium. sericeum voraus,
obschon er weder die Paarung, noch den Act des Eierlegens zu
belauschen Gelegenheit fand.
Wenn daher in dem von Dr. Medovics beobachteten Schleime
wirklich Eier der Golluhatzer Fliege enthalten waren, so sind sie
gewiss nicht von der Quelle ausgeworfen worden, noch haben sie
sich in den Bächen von selbst gebildet, sondern sind gewiss, von
den Weibchen selbst in Schleim gehüllt, gelegt worden, wie dies
mehrere Insecten, namentlich die Frühlingsfliegen (Phryganea) zu
thun pflegen. Es ist übrigens möglich, dass Medovics eine Süsswasser-Alge,
das Butrachospermum moniliforme für die Brut der