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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Kollar.  Beurtheilung  des  Berichtes  des

Man  sieht,  dass  Dr.  Medovics  ein  Anhänger  der  freiwilligen
Zeugung  ist;  er  nimmt  an,  die  Elemente  der  Golluhatzer  Mücken
seien  in  dem  Quellwasser  enthalten,  und  gestalten  sich  unter  günstigen ­
  Umständen  zuerst  zu  Schleim,  zu  Eiern,  aus  denen  er  dann
wirklich  wurmähnliche  Wesen,  also  Larven,  sich  entwickeln  sah,
deren  weitere  Metamorphose  er  aus  Mangel  an  geeigneten  Werkzeugen ­
  nicht  verfolgen  kannte.  Es  ist  hier  nicht  der  Ort,  zu  untersuchen, ­
  oh  und  in  wie  weit  eine  freiwillige  Zeugung  hei  organischen
Wesen  zulässig  sei;  so  viel  ist  indess  gewiss,  dass  Wesen  auf  einer
so  hohen  Entwickelungsstufe  wie  die  Insecten,  jetzt  gewiss  nicht
von  selbst  entstehen.
Die  Golluhatzer  Fliege  legt  wie  alle  andern  Insecten  Eier,  aus
denen  sich  Larven  entwickeln,  die  sich  dann  verpuppen,  und  endlich
wieder  als  Fliege  zum  Vorscheine  kommen.
Bei  ihrem  Schwärmen  in  so  dichten  Massen  hat  die  Fliege
gewiss  nicht  hloss  die  Absicht  ihrer  Nahrung  nachzugehen,  sondern
auch  eine  für  ihr  Bestehen  noch  wichtigere  Pflicht,  jene  der  Fortpflanzung ­
  zu  erfüllen.  Die  pyramidenähnlichen  Säulen  verschiedener
Mücken,  die  wir  an  schönen  Sommerabenden  sich  in  der  Luft  erheben
sehen,  haben  keine  andere  Bestimmung  als  die  Erfüllung  dieser  von
der  Natur  gebotenen  Pflicht  zur  Erhaltung  der  Gattung.  Es  sind,
wenn  ich  so  sagen  darf,  Mücken-Bälle,  auf  denen  eheliche  Banden
geschlossen  werden,  und  der  aufmerksame  Beobachter  kann  ohne
Mühe  die  vereinten  Paare  aus  dem  gemeinsamen  Reigen  scheiden
und  dem  Ehebette  zueilen  sehen.  So  macht  es  unsere  Gelse,  und  eine
Menge  ihr  mehr  oder  weniger  verwandten  Gattungen.  Dieselbe
Erscheinung  findet  auch  bei  den  Ameisen  Statt,  und  Dr.  Verdat
setzt  einen  ähnlichen  Vorgang  bei  dem  Simulium.  sericeum  voraus,
obschon  er  weder  die  Paarung,  noch  den  Act  des  Eierlegens  zu
belauschen  Gelegenheit  fand.
Wenn  daher  in  dem  von  Dr.  Medovics  beobachteten  Schleime
wirklich  Eier  der  Golluhatzer  Fliege  enthalten  waren,  so  sind  sie
gewiss  nicht  von  der  Quelle  ausgeworfen  worden,  noch  haben  sie
sich  in  den  Bächen  von  selbst  gebildet,  sondern  sind  gewiss,  von
den  Weibchen  selbst  in  Schleim  gehüllt,  gelegt  worden,  wie  dies
mehrere  Insecten,  namentlich  die  Frühlingsfliegen  (Phryganea)  zu
thun  pflegen.  Es  ist  übrigens  möglich,  dass  Medovics  eine  Süsswasser-Alge, ­
  das  Butrachospermum  moniliforme  für  die  Brut  der
            
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