Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Di'.  Medovics  über  die  Gollubatzer  Mücken.

99

erwachsen,  und  ich  schliesse  daher  ebenfalls  auf  eine  doppelte
Generation  im  Jahre.
Da  indess  nicht  alle  Individuen  sich  gleichzeitig  entwickeln,
so  gibt  es,  wie  in  der  ganzen  organischen  Schöpfung  auch  hier
Früh-  und  Spätgeburten,  und  so  geschieht  es,  dass  man  den  ganzen
Sommer  hindurch  einzelne  solche  Mücken  schwärmen  sieht,  und
dass  zwar  die  Fortpflanzung  der  grossen  Massen  an  eine  gewisse
Periodicität  gebunden  ist,  einzelne  Paare  jedoch  von  der  Regel  eine
Ausnahme  machen.
Warum  die  Folgen  der  Verletzung  durch  die  Gollubatzer
Mücke  in  gewissen  Perioden  gefährlicher  sei,  als  zu  andern  Zeiten,
darüber  weiss  Dr.  Medovics  keinen  sicheren  Grund  anzugehen;  er
glaubt,  dass  vielleicht  die  Beschaffenheit  des  Morastes,  in  welchem  die
Mücke  entsteht,  darauf  Einfluss  habe.  Hierin  kann  ich  dem  verehrten
Herrn  Doctor  nicht  beipflichten;  da  er  von  der  Entstehung  der  Fliege
in  Morästen  keine  Erwähnung  thut,  sondern  sie  vielmehr  aus  reinem
Quell-  und  Bachwasser  sich  entwickeln  sah;  ich  glaube  vielmehr,
dass  die  Wirkung  zunächst  von  der  Quantität  der  Stiche,  dann  aber
von  der  individuellen  Disposition  des  verletzten  Individuums  abhänge.
Wir  sehen  dies  bei  unseren  gewöhnlichen  Gelsen,  dass  ihre
Stiche  bei  gewissen  Personen  nur  ein  unbedeutendes  Jucken  verursachen, ­
  während  bei  anderen  Geschwulst  und  Ausschlag  die  Folge  der
Verletzung  ist.  Allerdings  scheinen  klimatische  Verhältnisse  sowohl  auf
die  Wuth  der  lästigen  Insecten,  als  auf  die  Receptivität  der  Verletzten
nicht  ohne  allen  Einfluss  zu  sein.  Schon  in  Ungern  und  Italien
erzeugt  dieselbe  Gelse,  welche  hei  uns  vorkommt,  weit  schmerzlichere ­
  und  gefährlichere  Zufälle.
Indem  dritten  Capitel  beschäftigt  sich  Dr.  Medovics  mit
der  Erzeugung  der  Fliege:  er  gibt  an,  dass  sich  in  einem  gelblich
weissen  Schleime  zuerst  kleine  Eierchen  bilden,  welche  nach  und
nach  grösser  werden,  und  nichts  anders  als  derSaine  künftiger  Mücken
seien.  Dieser  Schleim  sammt  den  darin  enthaltenen  Eiern  werde
nur  von  einer  der  von  ilnn  untersuchten  Quellen  ausgeworfen,  aus
den  übrigen  komme  nichts  dergleichen  zum  Vorscheine,  aber  ein
ähnlicher  Schleim  setze  sich  in  den  Bächen,  in  einiger  Entfernung
von  ihrem  Ursprünge  an  die  im  Wasser  befindlichen  Holzspäne,  an
Gras,  an  Äste  u.  s.  w.,  und  dann  fülle  er  sich  allmählich  mit  den
vorerwähnten  Eierchen  an  u.  s.  w.

7  *
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.