Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

98

Kollar.  Beurtheilung  des  Berichtes  des

Ruinen  der  alten  Festung  Gollubatz  bis  unterhalb  des  Gebirges
Eotze  an,  in  welchen  er  die  Brut  beobachtet  bat.  Ausserdem  will
er  auch  Spuren  davon  an  den  seichten  Ufern  der  Donau  angetrollen
haben.  Das  Vorkommen  dieser  Brut,  d.  h.  der  Eier,  Larven  und
Puppen,  in  klaren  Gebirgsbächen  stimmt  vollkommen  mit  Dr.  Verdate, ­
  mit  Sclieffers  und  meinen  eigenen  Beobachtungen  über
das  verwandte  Simulium  sericeum  überein;  ob  aber  die  Brut  der
Gollubatzer  Fliege,  wie  Dr.  Medovics  angibt,  auch  in  der  Donau
vorkommt,  darüber  müssten  doch  noch  genauere  Nachforschungen
angestellt  werden.  Vielleicht  bat  Dr.  Medovics,  dem  keine  optischen ­
  Instrumente,  wie  er  selbst  eingestellt,  zu  Gebote  standen,
diese  Brut,  die  völlig  ausgewachsen  nicht  ganz  vier  Linien  in  der
Länge  misst,  mit  einem  andern  Wasser-Insect  verwechselt,  zu
welcher  Annahme  ich  mich  um  so  mehr  für  berechtigt  halte,  als
Medovics  keine  genaue  Beschreibung  von  der  fraglichen  Brut
liefert.
In  Beziehung  auf  die  zweite  Frage,  nämlich  die  Zeit  der
Entwickelung  der  Fliege,  bemerkt  Dr.  Medovics,  dass  das
Volk  zwar  allgemein  annehme,  sie  erscheine  zu  drei  verschiedenen
Perioden  im  Jahre,  und  zwar  zum  ersten  Male  Ende  April  und  Anfangs ­
  Mai;  dann  um  Christi  Himmelfahrt  und  zuletzt  um  Pfingsten,
wo  sie  dann  bis  St.  Peter  und  Paul,  d.  i.  bis  11.  Juli  dauert.  Seine
eigenen  Beobachtungen  haben  ihn  belehrt,  dass  die  Entwickelung
und  das  Schwärmen  der  Mücke  nicht  streng  an  diese  drei  Perioden
gebunden  sei,  dass  sie  sich  allerdings  zuerst  im  Frühjahre,  nach
den  Witterungsverhältnissen  bald  früher,  bald  später,  manchmal
sc^ion  Ende  März  zeige,  dann  aber  in  unbestimmten  Zeitabschnitten
in  grösserer  oder  geringerer  Menge  schwärme,  dass  durch  Ungunst
der  Witterung,  Kälte,  Regen  und  Stürme  die  Dauer  des  Schwärmens
  abgekürzt  und  die  Fliege  überhaupt  vernichtet  werde.
Die  von  Dr.  Verdat  in  der  Schweiz  beobachtete  Art  erscheint
in  zwei  verschiedenen  Perioden,  zuerst  im  Frühjahre  und  dann
wieder  im  Herbste.  Ich  habe  in  unserer  Gegend,  wo  das  zuletzt
erwähnte  Insect  nicht  übermässig  häufig  ist,  zwar  keine  solche
regelmässige  Periodicität  beobachtet,  doch  fand  ich  dies  Jahr
bereits  im  Februar  die  vollkommen  ausgewachsene  Larve,  so  dass
ihre  Verwandlung  zur  Puppe  und  Fliege  gewiss  im  ersten  Frühjahre
erfolgen  muss.  Andere  Jahre  sah  ich  die  Larve  Mitte  Sommers
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.