Full text: Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 12. Band, (Jahrgang 1854)

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Lieben. 
den Röhren am Kölbchen in dieselbe getaucht und an der anderen 
Röhre gesaugt. Auf diese Weise wurde also hei Abhaltung des Luft- 
(somit auch des Staub-)Zutrittes eine gesättigte (lO)-Lösung von 
derselben Temperatur in das Kölbchen gebracht und es konnte ihre 
Wirkung beobachtet werden. Die Krystalle (7) verschwanden allmäh 
lich und beim Umschiitteln wurde eine klare Lösung ohne Krystalle 
erhalten. Somit sind die Krystalle des Salzes (7) in einer gesättigten 
(lO)-Lösung unauflöslich. — Wenn man dieses Resultat berück 
sichtigt, so erscheint es nun vollkommen klar, warum die Flüssigkeit, 
welche über den herausgefallenen Krystallen (7) steht und welche 
nach den dort entwickelten Vorstellungen eine gesättigte Lösung von 
(10) ist, nebst diesem Salze auch noch (7) gelöst enthält und warum 
sie daher, auch nachdem sie von den Krystallen (7) abgegossen 
wurde, durch den Zutritt der Luft oder durch einen eingetauchten 
Körper erstarren kann. Es ergibt sich ferner auf eine höchst einfache 
Weise all das, was beim Erwärmen einer Lösung, welche Krystalle 
von (7) abgesetzt hat, geschieht. Der Hergang ist dem bei der 
Abkühlung gerade entgegengesetzt. Beim Erwärmen nimmt nämlich 
das Wasser an Lösungsvermögen zu; ein Theil des in Lösung befind 
lichen (7) verwandelt sich dadurch in (10), die Vermehrung der 
vorhandenen Menge (lO)-Lösung bewirkt aber eine theilweise 
Auflösung der am Boden befindlichen Krystalle (7) u. s. w. So wird 
beim allmählichen Steigen der Temperatur stets ein Theil des gelös 
ten (7) in (10) übergehen, dadurch ein Theil der Krystalle (7) in 
die Flüssigkeit aufgenommen werden, bis jene ganz verschwunden 
sind und sich nur mehr (7) und (10) in der Lösung befinden. Bei 
noch fortgesetzter Erwärmung, wo das Wasser an Lösungsvermögen 
zunimmt, verwandelt sich immer vollständiger das (7) in (10), bis 
endlich bei der Temperatur, wo man ursprünglich die Lösung 
gemacht hat, nur mehr (10) sich in Lösung befindet. 
Ebenso wie die Entziehung von Wasser (bei der Verdunstung) 
dieselbe Wirkung thut, wie fortgesetzte Abkühlung bei einer in der 
Wärme gesättigten Lösung von schwefelsaurem Natron, so gibt wie 
der anderseits ein Zusatz von Wasser dieselben Resultate wie fort 
gesetzte Erwärmung. Um mich davon zu überzeugen, stellte ich den 
oben beschriebenen Versuch wieder an, nur nahm ich diesmal reines 
Wasser anstatt der gesättigten (lO)-Lösung. Nachdem das Wasser 
hineingesaugt worden war, verschwanden allmählich die Krystalle
	        
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