Tücck. Über seeundäre Erkrankung einzelner Rückenmarkstränge. 93
Über seeundäre Erkrankung einzelner Rückenmarkstränge
und ihrer Fortsetzungen zum Gehirne.
Von Med. Dr. ludwig Türck.
(Fortsetzung.)
(Mit I Tafel.)
Seitdem ich die Ehre hatte, der kais. Akademie eine Abhandlung
über die von mir aufgefundene seeundäre Erkrankung einzelner
Rückenmarkstränge vorzulegen (s. Märzheft des Jahrganges 1831
der Sitzungsberichte), hot sich mir an Fällen meiner Abtheilung
des k. k. allgemeinen Krankenhauses vielfache Gelegenheit zu fortgesetzten
Untersuchungen über diesen Gegenstand dar. Hiebei sah
ich einerseits meine früheren Angaben bestätigt, andererseits konnte
ich sie hie und da genauer bestimmen, endlich lernte ich auch neue
Thatsachen kennen. Im Nachfolgenden sollen nun die Gesammt-Ergebnisse
aller von mir in dem angedeuteten Zeiträume untersuchten
Fälle folgen.
Ich werde nach dem in meiner ersten Abhandlung eingehaltenen
Gange mit der Betrachtung derjenigen secundären Rückenmarkserkrankung
beginnen, welche sich in Folge von älteren
Krankheitsherden im grossen Gehirne entwickelt.
Was das Alter des ursprünglichen Gehirnherdes anbelangt, so
betrug dieses in den Fällen, wo es sich bestimmt ermitteln liess, von
3 Jahren bis zu 3—6 Wochen und zwar 3 Jahre in 1 Fall; 2 % Jahre
in 2 Fällen; 2 Jahre, 14 Monate, 11 Monate, 9 Monate, 8—9 Monate,
ö—8 Monate, 3‘/ 2 Monate, 5 Monate, kaum 4 Monate, endlich
3—6 Wochen in je einem Fall. Eine so rasche Entwickelung wie in
dem letzterwähnten Falle hatte ich bisher nie beobachtet.
Das Alter des primären Herdes ist, wie ich bereits früher angegeben,
von grossem Einflüsse auf die Intensität der secundären
Erkrankung.
Bei dem 3-—6 Wochen alten Herde waren die Körnchenzellen
sparsam, ziemlich gross, blass, ihre Körner undeutlich, bei dem kaum
4 Monate alten Herde waren die Körner öfter auch noch undeutlich,
die Körnchenzellen zahlreich, gross, jedoch noch blass. Jene wie Fett
aussehenden kleinen Körner, in welche die Körnchenzellen zerfallen,
und welche ich in meiner früheren Arbeit über diesen Gegen-