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Hauer. Über die Beschaffenheit der Lava
Ab ich berechnete nach dieser Analyse, dass dieselbe aus
34-80 Labrador, 34-16 Augit, 7-98 Olivin und 3-06 Magneteisen
bestehe. Er gibt den Gehalt an Kieselsäure in der Lava vom Jahre
1838 zu 48-98 % an, was in Übereinstimmung mit der von ihm
nachgewiesenen mineralogischen Beschaffenheit derselben, eine den
beiden erwähnten ebenfalls ganz analoge Zusammensetzung vermuthen
lässt.
Obgleich die krystallisirten Mineralien, in den von mir untersuchten
Stücken, nicht von solcher Grösse ausgeschieden waren,
um sie mechanisch trennen und einzeln für sich zerlegen zu können,
so wurde doch eine Scheidung, der in Säuren löslichen und unlöslichen
Bestandtheile nicht ausgeführt, da durch diese Zerlegung und
durch Analysen des gelatinirenden und nicht-gelatinirenden Antheiles,
für die nähere Kenntniss der, insbesondere in Laven von solcher
Beschaffenheit, enthaltenen Gemengtlieilc wenig zu erreichen ist.
Bischof Ü zeigte, gestützt theils auf eigene, tlieils auf die Versuche
vonKersten und Girard, wie dieses Verfahren eher geeignet sei zu
ganz irrfhümlichen Schlüssen zu führen. Die Menge des in Säuren
löslichen Antheiles betrug nach Versuchen, welche ich anstellte,
20—26% und ich überzeugte mich so, dass ganz seiner Ansicht
gemäss bei Behandlung mit Chlorwasserstoffsäure, je nach dem
Grade der Concentration und Temperatur derselben und der Dauer
ihrer Einwirkung, die erhaltenen Resultate in zu hohem Grade verschieden
sind, um an die unbedingte Ausscheidung irgend eines
bestimmten Antheiles denken zu können. In der That fiele der
Nutzen einer solchen Scheidung auch im günstigen Falle bei einem
Gemenge hinweg, in welchem, wie im vorliegenden, die einzelnen
Bestandtheile schon mineralogisch nachweisbar sind und die geringe
Menge amorpher Grundmasse wohl auch nichts anderes sein kann, als
die krystallinisch ausgeschiedenen Mineralien; wenn gleichwohl andererseits
der eigentliche Anhaltspunkt dadurch fehlt, von welchem
aus es möglich wäre die procentischen Mengen der einzelnen Bestandtheile
zu berechnen. Wollte man so den Olivin aus der gefundenen
Menge der Talkerde berechnen, so reicht diese hin, um S-33%
Olivin zu geben, allein es liegt nicht der entfernteste Grund vor, aus
der ganzen Menge der Talkerde denselben zu berechnen, da ja auch
*) Lehrbuch der chem. und physik. Geologie. II. Bd., S. 628.