Hauer. Über die Beschaffenheit der Lava des Ätna etc.
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den, doch die zur Feststellung scharfbegrenzter Typen nothwendige
Schärfe und Begrenzung fehlt; dass folglich, so lange es nicht
möglich ist, die aus der Lamellarstructur entspringenden Einflüsse
zu eliminiren, die zur chemischen Analyse zu wählenden Varietäten
noch nicht mit aller Sicherheit auszusondern sind, wenn sie sich
auch mit grosser Wahrscheinlichkeit andeuten Hessen.
Über die Beschaffenheit der Lava des Ätna von der
Eruption im Jahre 1852.
Von Karl Ritter Ton Hauer,
k. k. Hauptinann.
Die LaYen des Ätna sind in chemischer wie mineralogischer
Beziehung mehrfach untersucht worden. Kennedy *) zerlegte eine
Lava von Sta. Venere, und eine von dem grossen Strome, welcher im
Jahre 1669 einen Theil von Catanea zerstörte; diese letztere untersuchte
später auch Löwe 2 ). Über die Lava des Ausbruches vom
Jahre 1838 berichteten NeYvbold 3 ) und Abich 4 ). Endlich haben
auch Leopold v. Buch 5 ) und Gustav Rose 6 ) über die mineralogische
Beschaflenheit derselben Mittheilungen gemacht. Aus allen diesen
Untersuchungen geht hervor, dass die Zusammensetzung der Ätna-Laven
im Wesentlichen stets unverändert blieb, wenn gleichwohl die
relativen Gemengtheile mitunter ein wechselndes Verhältniss zeigten.
Abich bezeichnete sie in Folge seiner umfassenden Untersuchungen
zur Reihe der Dolerite gehörend, aus welchen die Gesteinsmassen
der ganzen oberen Kuppe des Vulcans bestehen, so dass die heutigen
Laven, dem äusseren Ansehen nach, kaum von denselben zu unterscheiden
sind. Ich hatte Gelegenheit einige Stücke der Lava der jüngsten
Eruption im Jahre 1852 im chemischen Laboratorium der k. k. geolo-'}
Rammeisberg, Handwörterbuch, I. Abth., S. 383.
") Poggendorff’s Annalen 38. Bd., S. 151.
) Annales des mines, 3. Serie, 19, pag. 387.
) Geologische Beobachtungen über die vulcanischen Erscheinungen in Oberund
Mittel-Italien, I. Bd., S. 121.
J ) Poggendorffs Annalen 37. Bd., S. 188.
6 ) Ebendaselbst, 34. Bd., S. 39.