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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

80  Gräflich.  Untersuchungen  über  den  ein-  und  ’/.weiaxigen  Glimmer.

Glimmer  von  Zwiesl.
Winkel  der  optischen  Axen:  74-0°,  Dichte:  2'793
74-  3  2-809
75-  3»  2-830
Um  die  grösseren  Unterschiede  bei  dem  brasilianischen  Glimmer ­
  aufzuklären,  muss  hier  bemerkt  werden’,  dass  die  drei  ersten
Stücke  von  einem  grossen  wohl  ausgebihleten  Krystalle  herrühren,
der  gar  keine  Spur  secundärer  Theilungsrichtung  zeigte,  während
die  zwei  letzten  ebenfalls  einem  grossen  Krystalle  entnommen  wurden,
welcher  jedoch  bogenförmige  Theilungsstücke  hier  und  da  abtrennen
liess  (s.B.  b.  1.  am  Ende);  das  vierte  ist  unter,  B.  b.  2.  beschrieben, ­
  und  wurde  einem  grobkörnigen  Granite  entnommen.
leb  bestimmte,  nachdem  diese  Beobachtung  festgestellt  worden,
an  vielen  Stücken,  wo  die  Divergenz  der  Axen  gemessen  wurde,
auch  die  Dichte.  Da  die  chemische  Constitution  eine  so  veränderliche
ist,  so  muss  begreiflicherweise  auch  die  Dichte  von  Stück  zu  Stück
grosse  Unterschiede  zeigen,  und  es  haben  die  einzelnen  Angaben  an
sicli  wenig  Werth,  insofern  sie  innerhalb  der  äussersten  Grenzen
liegen,  welche  die  Dichte  in  diesem  Minerale  erreicht;  immerhin
schien  es  aber  zweckdienlich  dieselben  mit  anzugeben  da  sie  gleichsam ­
  zur  Individualisirung  des  untersuchten  Stückes  beitragen.
Widerspreebend  mit  der  aus  der  obigen  Tabelle  zu  abstrahirenden
  Regel,  dass  die  Winkel  der  optischen  Axen  zu-  oder  abnehmen,
je  nachdem  dieLamellen  mehr  oder  minder  dicht  an  einander  hängen
ist  die  Beobachtung,  dass  wenn  man  eine  Glimmerplatte  in  dem
Apparate  erhitzt,  die  optischen  Axen  weiter  auseinanderrücken,  und
während  der  Abkühlung  selbst  wieder  einander  näher  zu  treten
scheinen,  als  dies  im  ursprünglichen  Zustande  der  Fall  war.  Senarmont
  hat  den  Versuch  gemacht,  indem  er  das  Glimmerplättchen
zwischen  zwei  Glasplatten  presste,  und  er  hat  keine  Veränderung
gefunden;  mir  lag  aber  eben  daran  die  Ausdehnung  nach  allen  Richtungen ­
  bin  möglichst  ungehindert  zu  ermöglichen,  wesshalb  ich  die
freie  Platte  mit  der  Spiritusflamme  im  Apparate  selbst  erhitzte,  und
dann  unberührt  auskühlen  liess.
Aus  den  hier  aufgeführten  Gründen,  und  aus  einigen  im  Folgenden ­
  zu  erwähnenden  Erscheinungen  ergibt  sich  unzweifelhaft,  dass,
wenn  gleich  die  einzelnen  Hauptgruppen,  in  welche  diese  Mineralfamilie ­
  naturgemäss  zerfällt,  sich  hinlänglich  unter  einander  schei-
            
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