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Graili ch.
Man findet zuweilen Glimmer, bei denen die Fokalpunkte der
Lemniscaten unter jedem Azimuth des einfallenden polarisirten Lichtes
mehr oder minder unverändert hell bleiben. Diese Helligkeit
erstreckt sich dann zumeist weit über diese Punkte hinaus; und bei
einem Glimmer ans Pressburg bl'eb das ganze mittlere Gesichtsfeld
noch ziemlich hell erleuchtet, selbst wenn die Hauptschnitte parallel
oder senkrecht gegen die Schwingungen des einfallenden Strahles
standen; eine Erscheinung, welche lebhaft an die bei einer senkrecht
gegen die Axe geschnittenen Quarzplatte erinnert. Die Lamellen
sind dabei regelmässig gebaut, mit sehr geringen Krümmungen
und zeigen wenige Unterbrechungen in den Interferenzlinien, von
welchen eben die Rede war. Das Phänomen deutet unzweifelhaft die
Mitwirkung einer Lamellar-Action in den Polarisationswirkungen an,
einer Action deren Intensität durch die Amplitude der Oscillationen
gemessen wird, welche bei einer Neigung der Schwingungsebene
des einfallendengeradlinig-polarisirten Lichtes von 0° oder 90° gegen
die Hauptschnitte wahrgenommen wird.
Wenn die Verschiedenheit in den Winkeln der optischen Axen
an solchen Stücken, welche einem und demselben Fundorte, ja selbst
demselben Blocke entnommen sind, eine Function der grösseren oder
geringeren Cohäsion der Lamellen und der deutlicheren oder minder
ausgesprochenen Theilbarkeit derselben nach den normalen secundären
Richtungen ist, so muss Alles was diese ändert einen Einfluss
auf die Divergenz der Axen nehmen. Der verschiedene Zusammenhang
der benachbarten Schichten wird aber von verschiedenen Umständen
bedingt. Beudant, Annales de chim. et phys. XXXVIIL
p. 398, hat darauf aufmerksam gemacht, dass die Dichte aller krystallisirten
Körper efinen Variationen unterworfen sei, welche um so
merklicher werden, je grösser das Individuum wird, und ihr Minimum
in den kleinsten Körnern erreichen. Es wird daher bei grossen
Glimmerstücken unter übrigens gleichen Umständen der Einfluss der
Lamellarpolarisation deutlicher wahrgenommen werden können, als
z. B. in den kleinen wohl ausgebildeten Krystallen, welche in den
Laven und Trachyten des Vesuvs gefunden werden. Doch wird
nebstdem bei dem von uns untersuchten Minerale das Nebengestein
von Bedeutung, und die sogleich anzuführenden Daten werden es
ausser Zweifel setzen, dass die Glimmer im Granite nicht nur (wie
oben angedeutet worden) ihrer allgemeinen Krystallphysiognomie