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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Graili  ch.

Man  findet  zuweilen  Glimmer,  bei  denen  die  Fokalpunkte  der
Lemniscaten  unter  jedem  Azimuth  des  einfallenden  polarisirten  Lichtes ­
  mehr  oder  minder  unverändert  hell  bleiben.  Diese  Helligkeit
erstreckt  sich  dann  zumeist  weit  über  diese  Punkte  hinaus;  und  bei
einem  Glimmer  ans  Pressburg  bl'eb  das  ganze  mittlere  Gesichtsfeld
noch  ziemlich  hell  erleuchtet,  selbst  wenn  die  Hauptschnitte  parallel
oder  senkrecht  gegen  die  Schwingungen  des  einfallenden  Strahles
standen;  eine  Erscheinung,  welche  lebhaft  an  die  bei  einer  senkrecht ­
  gegen  die  Axe  geschnittenen  Quarzplatte  erinnert.  Die  Lamellen ­
  sind  dabei  regelmässig  gebaut,  mit  sehr  geringen  Krümmungen
und  zeigen  wenige  Unterbrechungen  in  den  Interferenzlinien,  von
welchen  eben  die  Rede  war.  Das  Phänomen  deutet  unzweifelhaft  die
Mitwirkung  einer  Lamellar-Action  in  den  Polarisationswirkungen  an,
einer  Action  deren  Intensität  durch  die  Amplitude  der  Oscillationen
gemessen  wird,  welche  bei  einer  Neigung  der  Schwingungsebene
des  einfallendengeradlinig-polarisirten  Lichtes  von  0°  oder  90°  gegen
die  Hauptschnitte  wahrgenommen  wird.
Wenn  die  Verschiedenheit  in  den  Winkeln  der  optischen  Axen
an  solchen  Stücken,  welche  einem  und  demselben  Fundorte,  ja  selbst
demselben  Blocke  entnommen  sind,  eine  Function  der  grösseren  oder
geringeren  Cohäsion  der  Lamellen  und  der  deutlicheren  oder  minder
ausgesprochenen  Theilbarkeit  derselben  nach  den  normalen  secundären
  Richtungen  ist,  so  muss  Alles  was  diese  ändert  einen  Einfluss
auf  die  Divergenz  der  Axen  nehmen.  Der  verschiedene  Zusammenhang ­
  der  benachbarten  Schichten  wird  aber  von  verschiedenen  Umständen ­
  bedingt.  Beudant,  Annales  de  chim.  et  phys.  XXXVIIL
p.  398,  hat  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  die  Dichte  aller  krystallisirten
  Körper  efinen  Variationen  unterworfen  sei,  welche  um  so
merklicher  werden,  je  grösser  das  Individuum  wird,  und  ihr  Minimum ­
  in  den  kleinsten  Körnern  erreichen.  Es  wird  daher  bei  grossen
Glimmerstücken  unter  übrigens  gleichen  Umständen  der  Einfluss  der
Lamellarpolarisation  deutlicher  wahrgenommen  werden  können,  als
z.  B.  in  den  kleinen  wohl  ausgebildeten  Krystallen,  welche  in  den
Laven  und  Trachyten  des  Vesuvs  gefunden  werden.  Doch  wird
nebstdem  bei  dem  von  uns  untersuchten  Minerale  das  Nebengestein
von  Bedeutung,  und  die  sogleich  anzuführenden  Daten  werden  es
ausser  Zweifel  setzen,  dass  die  Glimmer  im  Granite  nicht  nur  (wie
oben  angedeutet  worden)  ihrer  allgemeinen  Krystallphysiognomie
            
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