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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Untersuchungen  über  (len  ein-  und  ’/.weiaxigen  Glimmer.

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Das  zu  dieser  Messung  bestimmte  Glimmerstück  braucht  nicht
gross  zu  sein;  es  muss  aber  vollkommen  eben  (was  durch  Spiegelung ­
  erfahren  wird),  überall  gleich  dick  (wovon  die  Interferenz-Linien
selbst  Auskunft  geben  müssen,  da  ihre  regelmässige  und  parallele
Stellung,  so  wie  die  gegenseitige  Entfernung  unter  einander  eine
Function  der  Dicke  der  Platte  ist,  und  nicht  mit  inneren  Ungleichheiten
behaftet  sein.  Wenn  man  nun  einen  solchen  sucht,  so  wird  man  erfahren, ­
  dass  es  nicht  leicht  hält,  sämmtliche  hier  angeführte  Erfordernisse ­
  an  vielenStücken  vereinigt  zu  finden.  Ich  habe  nur  den  Glimmer
von  Engenhos  corallinhos,  von  Middletown  und  einen  Phlogopit  vom
Vesuv  vollkommen  passend  gefunden.  Eben  diese  Unregelmässigkeit
in  der  Structur  führt  aber  zur  Erwägung  einer  anderen  Reduction,
welche  eigentlich  nur  in  der  Ermittelung  und  Elimination  gewisser
Störungen  besteht,  deren  ich  noch  kurz  Erwähnung  thun  muss.
Biot  hat  1842  ein  Memoire  über  gewisse  optische  Erscheinungen,welche ­
  von  dem  allbekannten  Typus  ab  weichen,  veröffentlicht,  die
er  unter  dem  Namen  der  Lamellarpolarisation  zusammenfasst.
Von  der  Action,  welche  ein  Alaunkrystall  unter  gewissen  Stellungen
auf  das  linear-polarisirte  Licht  ausübt,  und  welche  aus  der  Übereinanderschichtungparalleler ­
  Platten  über  ein  Kern-Oktaeder  entspringt,
ausgehend,  gelangt  er  zur  Erklärung  der  bisher  als  hlosse  Ausnahmen ­
  bezeichneten,  nicht  verstandenen  Phänomene,  welche  Steinsalz,
Borazit  und  Apophyllit  im  Polarisations-Apparate  zeigen.  Der  Glimmer ­
  zeigt  alle  Verhältnisse,  welche  die  dort  beschriebenen  Unregelmässigkeiten ­
  hervorrufen  und  begünstigen;  die  secundären  Theilungsrichtungen,
  welche  überhaupt,  wie  ich  glaube,  nicht  genug
berücksichtigt  werden  können,  machen  die  Erscheinungen  nur  verwickelter ­
  und  schwieriger  zu  studiren.  Denn  während  im  Apophyllite
die  Richtung  der  leichtesten  Theilbarkeit  senkrecht  gegen  die  optische ­
  Axe  liegt,  und  die  Untersuchung  über  den  Einfluss  der  Schiclitenlagen
  dadurch  erleichtert  wird,  dass  unter  senkrechter  lncidenz
des  Strahles  die  Wirkung  der  beiden  polarisirenden  Mächte  geschieden ­
  und  somit  jede  für  sich  studirt  werden  kann,  neigen  sich  heim
Glimmer  die  Axen  bedeutend  gegen  die  Theilungsrichtung.  Da  mir
kein  Instrument  zu  Gebote  steht  die  relativen  Werthe,  der  aus  der
Molecular-und  aus  derLamellarstructur  entströmenden  Polarisationski ­
  alte  zu  ermitteln,  so  begnüge  ich  mich  folgende,  in  dies  Capitel
einschlagende  Beobachtungen  mitzutheilen.

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