Untersuchungen über (len ein- und ’/.weiaxigen Glimmer.
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Das zu dieser Messung bestimmte Glimmerstück braucht nicht
gross zu sein; es muss aber vollkommen eben (was durch Spiegelung
erfahren wird), überall gleich dick (wovon die Interferenz-Linien
selbst Auskunft geben müssen, da ihre regelmässige und parallele
Stellung, so wie die gegenseitige Entfernung unter einander eine
Function der Dicke der Platte ist, und nicht mit inneren Ungleichheiten
behaftet sein. Wenn man nun einen solchen sucht, so wird man erfahren,
dass es nicht leicht hält, sämmtliche hier angeführte Erfordernisse
an vielenStücken vereinigt zu finden. Ich habe nur den Glimmer
von Engenhos corallinhos, von Middletown und einen Phlogopit vom
Vesuv vollkommen passend gefunden. Eben diese Unregelmässigkeit
in der Structur führt aber zur Erwägung einer anderen Reduction,
welche eigentlich nur in der Ermittelung und Elimination gewisser
Störungen besteht, deren ich noch kurz Erwähnung thun muss.
Biot hat 1842 ein Memoire über gewisse optische Erscheinungen,welche
von dem allbekannten Typus ab weichen, veröffentlicht, die
er unter dem Namen der Lamellarpolarisation zusammenfasst.
Von der Action, welche ein Alaunkrystall unter gewissen Stellungen
auf das linear-polarisirte Licht ausübt, und welche aus der Übereinanderschichtungparalleler
Platten über ein Kern-Oktaeder entspringt,
ausgehend, gelangt er zur Erklärung der bisher als hlosse Ausnahmen
bezeichneten, nicht verstandenen Phänomene, welche Steinsalz,
Borazit und Apophyllit im Polarisations-Apparate zeigen. Der Glimmer
zeigt alle Verhältnisse, welche die dort beschriebenen Unregelmässigkeiten
hervorrufen und begünstigen; die secundären Theilungsrichtungen,
welche überhaupt, wie ich glaube, nicht genug
berücksichtigt werden können, machen die Erscheinungen nur verwickelter
und schwieriger zu studiren. Denn während im Apophyllite
die Richtung der leichtesten Theilbarkeit senkrecht gegen die optische
Axe liegt, und die Untersuchung über den Einfluss der Schiclitenlagen
dadurch erleichtert wird, dass unter senkrechter lncidenz
des Strahles die Wirkung der beiden polarisirenden Mächte geschieden
und somit jede für sich studirt werden kann, neigen sich heim
Glimmer die Axen bedeutend gegen die Theilungsrichtung. Da mir
kein Instrument zu Gebote steht die relativen Werthe, der aus der
Molecular-und aus derLamellarstructur entströmenden Polarisationski
alte zu ermitteln, so begnüge ich mich folgende, in dies Capitel
einschlagende Beobachtungen mitzutheilen.
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