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sung gewonnenen scheinbaren Werthes mittelst des entsprechenden
Brechungs-Coefficienten auf seine wahre Grösse. Das Brechungsverhältniss
ist aber noch an keinem Glimmer direct bestimmt worden,
Herschel setzt es = 1-500 für rothes Licht und rechnet damit die
Binge, die ein polarisirter schiefaulfallender Strahlenkegel erscheinen
macht; die Abweichungen zwischen Beobachtung und Rechnung sind
so äusserst gering, dass diese Annahme jedenfalls der Wahrheit seinnahe
kommen muss; doch kann sie auch nur für einen Glimmer gelten,
dessen scheinbarer Axenwinkel 70 u 7' beträgt, indem sie nur für
einen solchen verificirt worden nnd schon die grosse Verschiedenheit
in den Divergenzen der optischen Axen darauf hindeutet, dass ihr
eine entsprechende Verschiedenheit in dem Brechungsvermögen zu
Grunde liegt. Die Brechungs-Coefficienten der einzelnen Bestandteile
des weissen Lichtes weichen gewiss nicht bedeutend von einander
ab, die Differenz wird höchstens in den zweiten Decimalstellen
sichtbar werden, so wie auch in den verschiedenen Richtungen unter
welchen das Licht den Krystall durchläuft die Brechung nicht sehr
unterschieden sein wird; man überzeugt sich hievon leicht, wenn man
den Durchmesser der Krummen auf die Dicke der Platte bezieht
und dies Verhältniss für verschiedene Substanzen, deren optische
Constanten genau ermittelt sind, vergleicht. (Vergl. Brewster's
hierauf bezügliche Untersuchungen, die in den Edinburger physikalischen
Sammelwerken zerstreut sieh finden.)
Innerhalb der Genauigkeit, welche Herschels Annahme entspricht,
kann man den mittleren Brechungs-Coefficienten aus den Interferenz-Linien
ermitteln, welche von Haidinger im Jahre 1849
(Sitzungsberichte der mathem.-naturw. Classe, Februarheft) beschrieben
worden sind. Dieselben verdanken ihre Entstehung der Zusammenwirkung
eines direct reflectirten und eines einmal gebrochenen
dann reflectirten und endlich wieder nach aussen gebrochenen
Strahles; da in beiden Strahlen das Licht im Allgemeinen elliptisch
polarisirt ist, und zwar in dem reflectirten um so vollständiger je
mehr sich der Einfallswinkel der Grenze nähert, welche Brewster
als Polarisationswinkel, J a m i n allgemeiner als Haupteinfallswinkel
bezeichnet, so wird auch die Interferenz-Erscheinung je nach der
verschiedenen Neigung der Glimmerplatte mehr oder minder vollständig
erscheinen (wovon man sich mit Hilfe eines Nicols oder Turmalins
leicht belehrt) und kann somit selbst dazu dienen, diesen