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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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sung  gewonnenen  scheinbaren  Werthes  mittelst  des  entsprechenden
Brechungs-Coefficienten  auf  seine  wahre  Grösse.  Das  Brechungsverhältniss
  ist  aber  noch  an  keinem  Glimmer  direct  bestimmt  worden,
Herschel  setzt  es  =  1-500  für  rothes  Licht  und  rechnet  damit  die
Binge,  die  ein  polarisirter  schiefaulfallender  Strahlenkegel  erscheinen
macht;  die  Abweichungen  zwischen  Beobachtung  und  Rechnung  sind
so  äusserst  gering,  dass  diese  Annahme  jedenfalls  der  Wahrheit  seinnahe
  kommen  muss;  doch  kann  sie  auch  nur  für  einen  Glimmer  gelten, ­
  dessen  scheinbarer  Axenwinkel  70 u  7'  beträgt,  indem  sie  nur  für
einen  solchen  verificirt  worden  nnd  schon  die  grosse  Verschiedenheit
in  den  Divergenzen  der  optischen  Axen  darauf  hindeutet,  dass  ihr
eine  entsprechende  Verschiedenheit  in  dem  Brechungsvermögen  zu
Grunde  liegt.  Die  Brechungs-Coefficienten  der  einzelnen  Bestandteile ­
  des  weissen  Lichtes  weichen  gewiss  nicht  bedeutend  von  einander ­
  ab,  die  Differenz  wird  höchstens  in  den  zweiten  Decimalstellen
sichtbar  werden,  so  wie  auch  in  den  verschiedenen  Richtungen  unter
welchen  das  Licht  den  Krystall  durchläuft  die  Brechung  nicht  sehr
unterschieden  sein  wird;  man  überzeugt  sich  hievon  leicht,  wenn  man
den  Durchmesser  der  Krummen  auf  die  Dicke  der  Platte  bezieht
und  dies  Verhältniss  für  verschiedene  Substanzen,  deren  optische
Constanten  genau  ermittelt  sind,  vergleicht.  (Vergl.  Brewster's
hierauf  bezügliche  Untersuchungen,  die  in  den  Edinburger  physikalischen ­
  Sammelwerken  zerstreut  sieh  finden.)
Innerhalb  der  Genauigkeit,  welche  Herschels  Annahme  entspricht, ­
  kann  man  den  mittleren  Brechungs-Coefficienten  aus  den  Interferenz-Linien ­
  ermitteln,  welche  von  Haidinger  im  Jahre  1849
(Sitzungsberichte  der  mathem.-naturw.  Classe,  Februarheft)  beschrieben ­
  worden  sind.  Dieselben  verdanken  ihre  Entstehung  der  Zusammenwirkung ­
  eines  direct  reflectirten  und  eines  einmal  gebrochenen
dann  reflectirten  und  endlich  wieder  nach  aussen  gebrochenen
Strahles;  da  in  beiden  Strahlen  das  Licht  im  Allgemeinen  elliptisch
polarisirt  ist,  und  zwar  in  dem  reflectirten  um  so  vollständiger  je
mehr  sich  der  Einfallswinkel  der  Grenze  nähert,  welche  Brewster
als  Polarisationswinkel,  J  a  m  i  n  allgemeiner  als  Haupteinfallswinkel
bezeichnet,  so  wird  auch  die  Interferenz-Erscheinung  je  nach  der
verschiedenen  Neigung  der  Glimmerplatte  mehr  oder  minder  vollständig ­
  erscheinen  (wovon  man  sich  mit  Hilfe  eines  Nicols  oder  Turmalins ­
  leicht  belehrt)  und  kann  somit  selbst  dazu  dienen,  diesen
            
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