Untersuchungen über den ein- und zrveiaxigen Glimmer. 79
sich zu jenen, wo derselbe die kleinere in sich enthält, wie 3: 2 verhält
(wenn man die Phlogopite nicht mitzählt; mit diesen wird das
Verhältniss wie 4:3), linde ich in meiner Übersicht den ungleich
grösseren Quotienten 12: 1 (oder mit den Phlogopiten: 5:1). Jedenfalls
liegt der Grund in meiner Bestimmungsweise der Diagonalen nach
den secundären Theilungsrichtungen und ich glaube auch in Senarmont’s
Verzeichnisse einige Numern zu finden, welche nach meiner
Art der Betrachtung ihre Stelle ändern müssten; so ausser dem obenangeführten
Glimmer von Ütön (Nr. 57, Senarmont) die in seiner
Abhandlung unter Nr. 47, 52, 53, 54 beschriebenen Varietäten,
obschon sich dies freilich nur muthmassen lässt. Wie dem auch
immer sei, so stellt sich die genaue Beschreibung jedes untersuchten
Stückes als nothwendig heraus, da auf die blosse Angabe des Fundortes
hin kein Urtheil begründet werden kann; die bestgeordneten
Sammlungen sind vor Verwechslungen in dieser Beziehung nicht
bewahrt. Allgemeinheiten, wie Sibirien, Brasilien, Grönland etc., helfen
ohnehin nichts, wenn sie auch ganz wahrheitgemäss sind, und
Analysen an solchen Stücken vorgenommen, ohne weitere Individualisirung
des untersuchten Stückes, werden wenig dazu beitragen, den
Zusammenhang der physikalischen und chemischen Eigenschaften
aufzuklären.
Ich habe in meine Aufzählung eben desshalb nur jene Glimmer
aufgenommen, welche sowohl durch Angabe ihres Fundortes als auch
durch sonstige charakteristische Merkmale eine einigermassen scharfe
Bezeichnung zuliessen, und höchstens da eine Ausnahme gemacht,
wo irgend eine der optischen Eigenschaften in einem merkwürdigen
Grade hervortritt. Es enthält daher dieses Verzeichniss nur ungefähr
Vs der untersuchten Varietäten; doch ich glaube nicht, dass es
durch die Aufnahme von zahlreichen, zweifelhaften Stücken hätte
gewinnen können.
3. Reductionen. Störungen.
Menn man Gelegenheit hat, recht viele Stücke von demselben
Fundorte zu untersuchen, wird man bald zu der Überzeugung gelangen,
dass die Angaben über die Divergenz der optischen Axen noch
mancher Correction bedürfen, ehe dieselben eine absolute Geltung
ansprechen dürfen. Die eine der hier nothwendigen Reductionen gilt
füi Krystalle jeder Art; es ist die Zurückführung des durch die Mes-