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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Wert  he  im.  Über  den  Gang  der  Pulsfrequen:

cesses  nach  einer  ersten  Vaccination  dem  geimpften  Individuum  entnommen ­
  wurde,  und  zwar  zur  Zeit,  in  welcher  das  Contentum  der
Vesilceln  die  stärkste  Contagiosität  besitzt,  keine  ansteckende  Wirkung ­
  ausübte.  Auch  hierüber  verschafften  wir  uns  nämlich  Kenntniss
durch  wiederholte  Versuche,  die  wir  an  Kindern  im  k.  k.  Gebärhause
anstellten.  Es  erwies  sich  demnach  ganz  allgemein  als  unausführbar,
mit  dem  Blute  eines  mit  dem  Vaccineprocesse  behafteten  Individuums
—  wenigstens  unter  Anwendung  der  herkömmlichen  Manipulation  —
eine  wirksame  Impfung  vorzunehmen,  auch  in  dem  Falle,  wenn  der
Process  vollkommen  entwickelt  ist;  um  so  weniger  dann,
wenn  der  Process  mit  geringer  Intensität  verlauft,  wie  dies,
nach  unserer  Meinung,  nach  einer  zweiten  Impfung  der  Fall  ist.
Gehen  wir  jetzt  noch  einmal  auf  den  Ausgangspunkt  dieser
Untersuchung  zurück.  Ihren  Gegenstand  bildete  das  Factum  der
Immunität  des  Organismus  gegen  den  Vaccineprocess  nach  einmal
erfolgtem  Ablaufe  desselben.
Im  Verlaufe  der  Untersuchung  hat  sich  indess  gezeigt,  dass  eine
solche  Immunität,  wenigstens  in  dem  allgemein  angenommenen
Sinne,  nicht  e.tistire,  indem  der  Organismus  gegen  das  Vaccinevirus
nicht  indifferent  wird,  sondern  darauf  ähnlich  wie  früher  nur  mit  viel
geringerer  Intensität  reagirt.
Damit  hat  sich  der  Fragepunkt  wesentlich  geändert.  Allerdings
verlangt  auch  diese  Thatsache  ihre  nähere  Erklärung.  Docli  scheinen
schon  jetzt  die  mehrfach  genannten  acuten  contagiösen  Processe
durch  das  erwähnte  Verhalten  aus  dem  scharfen  Gegensätze  herauszutreten, ­
  in  dem  sie  sich  bisher  den  übrigen  pathologischen  Zuständen ­
  gegenüber  befanden,  von  denen  bekannt  ist,  dass  ihre  einmalige
Anwesenheit  vielmehr  eine  Disposition  als  Immunität  im  Organismus
zurücklässt;  denn  es  liegt  nicht  gar  ferne,  anzunehmen,  dass  hier  der
einmal  abgelaufene  Process  dem  Organismus  die  Fähigkeit  zurückgelassen
  hat,  ein  zweites  Mal  die  Metamorphosen  des  eingeführten
Virus  rascher  und  mit  geringeren  Störungen  in  der  Sphäre  der
Empfindung  und  Vegetation  zu  vollbringen,  als  es  beim  ersten  Male  der
Fall  war.
Ob  und  in  wiefern  mit  dieser  Fähigkeit  die  beobachtete  anhaltende ­
  Steigerung  der  Pulsfrequenz  nach  dem  Ablaufe  des  ersten  Processes
  zusammenbängt,  dies  zu  beantworten,  ist  vielleicht  einer
künftigen  Untersuchung  Vorbehalten.
            
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