und der Exsudations-Intensität während des Vaecineprocesses. 723 *
Diesem Antagonismus zwischen Pulsfrequenz und Exsudations-Intensität
begegnen wir noch in anderer Beziehung. Es ist schon
früher bei Betrachtung des Pulsganges innerhalb einer 24stündigen
Beobachtungsperiode während des Processes heryorgehoben worden,
dass im Allgemeinen die mittlere Geschwindigkeit hei Nacht beträchtlich
geringer ist als bei Tage. Nach den gangbaren Vorstellungen
über den Zusammenhang zwischen Pulsfrequenz und Exsudation wäre
man nun anzunehmen geneigt, dass auch die Exsudation bei Nacht
geringer sein werde als am Tage. Es findet aber gerade das Gegentlieil
Statt. Durchgehends wuchsen die Efflorescenzen vom Abend
zum Morgen ansehnlicher, als vom Morgen zum Abend, und auch die
Empfindung des Kranken lehrte, dass das Jucken und Brennen regelmässig
an allen Efflorescenzen bei Nacht weit stärker war als am Tage.
Nachdem wir auf diese Weise die Erscheinungen kennen
gelernt hatten, die die erste Vaccination begleiten, so weit sie sich auf
Puls und Exsudation beziehen, konnten wir in der Verfolgung des
Zieles unserer Untersuchung weitergehen. Wir schickten uns jetzt
an, die Veränderungen kennen zu lernen, die vielleicht eine zweite
Vaccination in dieser Beziehung erzeugen würde.
Zu dem Ende wurde Müller am 28. Februar 1853, 6 Uhr
Morgens, d. i. 108 Tage nach der ersten Vaccination, zum zweiten
Male, und wieder mit 8 Einstichen (4 an jedem Arme) vaccinirt, nachdem
vorher, wie schon erwähnt, seine gegenwärtige Pulsfrequenz
ermittelt und = 78-5 gefunden war.
Die Pulszählungen lieferten folgendes Ergebniss (Taf. II, c):
28. Februar.
Zeil. Zahl der
Morjens. Pulsschläge.
6 72
7 84
8 83
9 84
10 88
Ü 67
12 94
1 96
2 85
3 90
4 95
3 86
Mittel 85-3
Zeit. Zahl der
Abends. Pulsschläge.
6 '“91
7 91
8 86
9 79
10 80
11 79
12 71
1 69
2 68
3 70
4 70
5 73
Mittel 77-2
81-2
47*