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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

und  der  Exsudations-Intensität  während  des  Vaccineprocesses.  719
achtungen,  zu  deren  Verständnisse  die  von  uns  wahrgenommene
anhaltende  Pulsbeschleunigung  in  Folge  der  Vaccination  nützliche
Anhaltspunkte  gewähren  dürfte,  findet  man  in  der  Zeitschr.  der
k.  k.  Ges.  d.  Ärzte,  Jahrg.  IX,  Heft  1.
In  naher  Beziehung  zu  dem  hier  Vorgetragenen  steht  ferner  die
Frage  bezüglich  der  Differenz  der  Tag-  und  Nachtgeschwindigkeit
des  Pulses  in  Folge  der  vorgenommenen  Vaccination.  Dieselbe  bietet
nämlich  gleichfalls  sehr  erhebliche  Abweichungen  von  derjenigen
dar,  welche  im  Normalzustände  beobachtet  wurde.
Bei  Müller  war  die  Pulsfrequenz  der  Nacht  6S - 6,  die  bei  Tage
66-4;  mithin  die  Differenz  0'8  Schlag  in  der  Minute.  —  In  Folge  der
Vaccination  gestaltet  sich  diese  Differenz  viel  beträchtlicher.  Um  unnöthige
  Wiederholungen  zu  vermeiden,  verweisen  wir  in  dieser
Beziehung  auf  die  Zahlen,  die  als  die  Mittelzahlen  am  Schlüsse  jeder
12stündigen  Beobachtungsperiode  angeführt  sind,  und  wollen  nur
bemerken,  dass  im  Durchschnitte  die  mittlere  Nachtgeschwindigkeit
nach  Vornahme  der  Vaccination  um  6-8  niederer  ist  als  die  vom  Tage,
indem  jene  =  77-3,  diese  =  70-S.  Nur  zweimal,  nämlich  am  6.  und
am  18.  Tage,  fand  bei  Nacht  noch  eine  Steigerung  der  am  Tage
beobachteten  Pulsfrequenz  Statt.  Am  6.  ist  sie  nicht  unbeträchtlich
und  fällt  mit  der  raschesten  Zunahme  der  Geschwindigkeit,  die  während ­
  des  ganzen  Verlaufes  beobachtet  wurde,  zusammen,  indem  der
Unterschied  zwischen  diesem  und  dem  vorausgehenden  5.  Tage  beiläufig ­
  9  Schläge  in  der  Minute  beträgt.  Die  Tag-  und  Nachtdifferenz
am  18.  Tage  ist  viel  geringer,  sie  beträgt  0’6  in  der  Minute  und  es
ist  zweifelhaft,  ob  dieselbe  nicht  in  einer  Zufälligkeit  ihre  Ursache
hatte.  —  Auch  diese  bedeutende  Zunahme  derDifferenz  der  Tag-  und
Nachtgeschwindigkeit  im  Vergleiche  zur  früher  bestandenen  normalen,
scheint  eine  länger  andauernde  Veränderung  zu  sein;  denn  als  nach
der  äraonatlichen  Unterbrechung  der  Beobachtungen  dieselben  wieder
aufgenommen  wurden,  war  dieselbe,  wie  aus  den  angeführten  Zahlen
zu  ersehen  ist,  noch  nahezu  eben  so  beträchtlich  als  am  Schlüsse  der
lötägigen  Pulsbestimmungen  (Taf.  I,  b  und  Taf.II,  c).
Das  Individuum,  mit  dem  wir  experimentirten,  hatte  vor  der
Vaccination  eine  mittlere  Pulsfrequenz  von  66,  mit  einer  Tagesgeschwindigkeit ­
  von  66-4,  einer  Nachtgeschwindigkeit  von  6ir6  ;  nach
der  Vaccination  war  die  mittlere  Pulsgeschwindigkeit  78‘5,  die  bei
Tage  82-4  und  die  Nachtgeschwündigkeit  74-7.  —  Aus  den  Eingangs
            
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