und der Exsudations-Intensitiit während des Vaccineprocesses. 717
erwünschter sein, als die Kenntniss eines Factums, durch welches wir
in die Lage kamen, das eigenthümliche Verhalten des Organismus bei
Vornahme einer zweiten Vaccination nach Ablauf der ersten in Zusammenhang
zu bringen mit einer durch die Sinne wahrnehmbaren
und unleugbaren Änderung in der Organisation des geimpften Individuums
und zwar in einem sehr wichtigen Theilc desselben, in den
Functionen des Circulations-Apparates. — Das Factum erschien uns
zu wichtig, als dass wir nicht hätten sogleich trachten sollen, uns bei
einem zweiten Individuum eine Bestätigung desselben zu verschaffen.
Wie schon Eingangs erwähnt wurde, wählten wir hierzu eine 38jährige
Frau, K. Mayer, welche vorher an Lupus der Wange behandelt
und geheilt wurde, und jetzt als bereits zur Entlassung geeignet sich
uns zur Verfügung stellte.
Auch hier musste dem später vorzunehmenden Experimente die
Bestimmung der normalen mittleren Pulsgeschwindigkeit vorhergehen.
Mittlere Pulsfrequenz nach den Beobachtungen von drei 24stiindigcn Perioden, angestcllt
bei Kath. Mayer (28 Jahre alt, kräftig constituirt, ist nicht vaccinirt und
von den natürlichen Blattern bisher verschont geblieben).
Zeit. Zahl der
Morgens. Pulsschläge.
"~6~ 74
7 71
8 73
9 72-3
10 68-3
11 67-3
12 69 - G
1 72
2 68-3
3 67-3
4 6ä-3
5 65
Mittel 69-4
Es ergibt sich hieraus als mittlere Pulsgeschwindigkeit, ohne
Berücksichtigung des Unterschiedes von der Tag-und Nachtgeschwindigkeit,
die Ziffer 67-9.
Am 25. Juni 1853 wurde Kath. Mayer mit 8 Einstichen vaccmirt.
Wir unternahmen es aber in diesem Falle nicht, den Gang der
Pulsfrequenz während des Vaccinationsprocesses schrittweise zu verfolgen.
Zur Erhärtung des mehrerwähnten Factums, um welche allein
es uns hier zu tliun war, genügte es, nach Ablauf eines längeren Zeit-Zeit.
Zahl der
Abends. Pulsschläge.
6
7
8
9
10
11
12
1
2
3
4
5
77
73-67
66
66-68
66
62
62
66
66
68
mit geringen Unterbrechungen
schlafend.
Mittel 66-5