und der Exsudations-Intensität während des Vaccineprocesses. 699
Verlangsamung des Pulsschlages. Die Verlangsamung bei Nacht ist
im vorliegenden Falle nicht bedeutend. Aber, wie schon oben
erwähnt wurde, war der Unterschied bei anderen Individuen, an denen
wir gleichzeitig die bezüglichen Beobachtungen anstellten, viel
beträchtlicher. Wir führen indess dieselben hier nicht im Detail auf,
weil es sich für die vorliegende Untersuchung nur darum handelt,
das normale Verhalten des Pulses bei diesem Individuum zu
kennen, um für die später durch die Vaecination bewirkten Veränderungen
desselben die Grundlage der Vergleichung zu gewinnen. Die
Zeichnung Taf. I, a versinnlicht den normalen Gang der Pulsfrequenz
bei dem untersuchten Individuum nach den aus den angestellten
Beobachtungen gewonnenen Mittelzahlen. Die Abscissenaxe, welche
eine mittlere Geschwindigkeit von 60 repräsentirt, wie sie 8 Uhr
Morgens stattfand, wurde in 24 Theile getheilt und die Zu- oder
Abnahme der in der Minute beobachteten Zahl der Schläge, im Vergleiche
mit der um 8 Uhr Morgens wahrgenommenen Zahl derselben,
durch Auftragung von eben so viel Längeneinheiten über oder unter
diesen Theilungsstrichen ausgedrückt.
Indem wir nun von diesen bei einem und demselben Individuum,
unter gleich bleibenden Verhältnissen bezüglich der Nahrungseinnahmen,
der Leibesbewegung und der Zimmertemperatur, sehr regelmässigen
Schwankungen der Pulsgeschwindigkeit innerhalb 24
Stunden absahen, und aus allen stündlichen Daten zusammengenommen
das Mittel berechneten, erhielten wir, wie schon erwähnt, das für die
folgenden Beobachtungen nöthige Datum, die mittlere Pulsgeschwindigkeit
des Individuums = 66.
Beobachtungen des Ganges der Pulsfrequenz während des Vaccineprocesses, bei
Müller (Taf. II, a).
Am 12. November 1.852 6 Morgens wurde A. Müller mittelst
4 Einstichen an jedem Arme, also im Ganzen mit 8 Stichen, vaccinirt.
Die Lymphe wurde aus dem k. k. Findelhause bezogen. Es
wurde dafür gesorgt, dass von dem Momente der vollzogenen Impfung
aa allstündliche Pulsbestimmungen ohne Unterbrechung bei Tage und
bei Nacht durch einen längeren Zeitraum angestellt werden konnten.'
Mehrfach wurden Proben angestellt, um uns zu versichern, dass wir
alle gleich und richtig zählten, da wir uns überzeugt haben, dass die
Fertigkeit den Puls richtig zu zählen, und genau mit dem Beginn der