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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

und  der  Exsudations-Intensiläit  während  des  Vaccineprocesses.  697

Ursachen  (namentlich  gewisser  Nahrungsmittel  und  Körperbewegung)
behandelt,  innerhalb  der  gezogenen  Grenzen  jedocb  mit  grossem
Fieisse  und  musterhafter  Genauigkeit  durchgeführt  ist.  —In  unserem
Falle  schien  es  uns  nöthig,  auch  den  Gang  der  Pulsfrequenz  während
der  Nachtzeit  zu  untersuchen.
Wir  sorgten  dafür,  dass  Müller,  der  bereits  vor  Beginn  dieser
Untersuchung  sich  mehrere  Monate  auf  der  Abtheilung  für  Hautkranke
einer  Sykosis  halber  befand,  eine  ihm  vorgeschriebene  gleichmässige
Lebensweise  strenge  einhielt.  Die  eigene  Gewissenhaftigkeit  dieses
Mannes  unterstützte  uns  hierin  aufs  beste.  Auch  unterblieb  jeder
therapeutische  Eingriff  während  der  ganzen  Untersuchung.  M.  befand
sich  bei  Tage  ausser  Bette,  vermied  aber  jede  bedeutendere  Leibesbewegung; ­
  die  Nahrung  war  möglichst  gleichmässig  und  wurde  täglich ­
  dreimal,  Morgens  um  8  Uhr,  sodann  um  11  y a  und  8%  Uhr  eingenommen. ­
  Die  Zimmertemperatur  schwankte  zwischen  lS°undl6°B.
Gewisse  Vorsichten  durften  nie  vernachlässigt  werden;  wir  Hessen
immer,  nachdem  wir  uns  dem  Patienten  genähert  hatten,  noch  eine
Minute  verstreichen,  bevor  wir  die  Zählungbegannen.  Sein  Arm  musste
immer  gestützt  sein.
Bei  dem  Interesse,  das  die  Untersuchung  dieser  noch  rein  physiologischen ­
  Verhältnisse  bei  uns  erweckte,  haben  wir  derselben  eine
grössere  Ausdehnung  gegeben  und  die  Zeit,  die  ohnedies  ausschliessend
  derselben  gewidmet  sein  musste,  dazu  benützt,  die  entsprechenden ­
  Beobachtungen  an  mehreren  Personen  zugleich  vorzunehmen.
Wir  werden  dieselben  noch  fortsetzen  und  erst  in  der  Folge  ihre  Ergebnisse ­
  ausführlich  vorzulegen  uns  erlauben.  Nur  das  sei  hier
bemerkt,  dass  durchgehends  während  der  Nachtperiode  eine  geringere ­
  mittlere  Frequenz  beobachtet  wurde  als  am  Tage.  Aber  die
Grösse  der  Differenz  war  hei  verschiedenen  Individuen  sehr  verschieden. ­
  Es  stellte  sich  heraus,  dass  bei  Kindern  und  bei  jenen  Erwachsenen, ­
  die  eine  grössere  absolutePulsfrequenz  besitzen,  die  Differenz
zwischen  der  Tag-  und  Nachtgeschwindigkeit  viel  bedeutender  ist,
Ms  bei  Individuen  von  geringerer  Pulsfrequenz.  Unser  Patient  gehörte
zu  der  letzteren  Classe.  Als  Mittel  aus  drei  24stiindigen  Beobachtungen ­
  ergaben  sich  die  unten  folgenden  Zahlen,  wonach  die  mittlere
Geschwindigkeit  bei  Tage  66 - 4,  bei  Nacht  65'6,  und  ,  im  Ganzen
während  24  Stunden  66  Schläge  in  der  Minute  beträgt.
            
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