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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

und  der  Exsudations-Intensität  während  des  Vaccineprocesses.  695
sächliche  Veränderung  nachweisen,  welche  durch  den  Vaccinationsprocess
  im  Organismus  erzeugt  wird.
Wir  haben  unter  den  Processen,  welche  das  mehrerwähnte
eigentümliche  Verhalten  darbieten,  für  unsere  Untersuchung  den
durch  die  Vaccination  erregten  Process  gewählt,  weil  derselbe  auf
leichte  Weise  und  ohne  Nachtheil  künstlich  am  Gesunden  erregt  werden ­
  kann.  Die  Frage  bezüglich  der  Identität  dieses  Processes  mit
dem  der  natürlichen  Blattern,  kam  für  diese  specielle  Untersuchung
nicht  in  Betracht;  genug,  dass  er  gleich  diesem  dem  Organismus,  in
dem  er  Einmal  abgelaufen  ist,  die  Eigenschaft  verleiht,  bei  einer
zweiten  Impfung  nicht  mehr  dieselben  Erscheinungen  darzubieten,
die  bei  der  ersten  beobachtet  wurden.  Die  Schlüsse,  zu  denen  wir  in
dieser  Beziehung  hier  gelangten,  konnten  sodann  ohne  Zweifel  auch
auf  den  Vorgang  hei  jenen  Processen  übertragen  werden,  in  welchen
die  Beobachtung  und  das  Experiment  durch  äussere  Umstände
schwierig  oder  unmöglich  gemacht  wird.
Wir  begannen  damit,  das  Factum  selbst,  nämlich  die  Erscheinungen ­
  die  nach  der  ersten  und  jene  die  nach  der  zweiten  Vaccination ­
  auftreten,  uns  neuerdings  vor  Augen  zu  führen,  in  der  Absicht,
dieselben  möglichst  genau  zu  beobachten  und  mit  einander  zu  vergleichen. ­
  Von  den  Erscheinungen,  die  in  dem  einen  und  dem  anderen
Falle  wahrgenommen  wurden,  konnten  aber  nur  jene  zur  Vergleichung
unter  einander  benützt  werden,  hei  welchen  eine  genaue  Bestimmung
möglich  ist;  die  subjectiven  Symptome  konnten  hierbei  nicht  in  Betracht ­
  kommen.  Wir  haben  unter  den  ersteren  die  Pulsfrequenz  und
die  Erhebung  der  Efflorescenzen  über  das  Niveau  der  Haut  zur  Vergleichung ­
  benützt,  weil  diese  Veränderungen  mit  hinreichender
Schärfe  gemessen  werden  können.  Andere  Veränderungen,  w  ie  z.  B.
die  der  Körpertemperatur,  können  während  eines  so  langen  Zeitraumes, ­
  als  er  hier  zur  Beobachtung  erforderlich  ist,  nicht  bestimmt
werden,  ohne  dass  man  den  verwirrendsten  Beobachtungsfehlern
unterliegt,  und  gewisse  chemische  Daten,  die  ein  grosses  Interesse
gewähren  würden,  wie  namentlich  die  qualitative  und  quantitative
Ermittelung  von  Ausscheidungsstoffen  in  bestimmten  Zeiträumen
"ährend  des  ganzen  Processes,  erfordern,  wenn  sie  wissenschaftliche
Schärfe  besitzen  sollen,  insbesondere  bezüglich  der  Nahrungsmittel,
welche  für  alle  Beobachtungsperioden  vollkommen  gleichmässig  vorbereitet ­
  sein  müssten,  Einleitungen  und  Arbeiten,  denen  unsere  Hiilfs-
            
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