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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Wertheim.  Über  den  Gang  der  Pulsfrequenz.

im  vegetativen  Systeme  aufhört,  so  tritt  die  ursprüngliche  Tendenz
zur  Zweckmässigkeit  wieder  in  ihre  Rechte,  das  anomal  Gebildete
wird  weggeschafft,  der  Organismus  möglichst  vollkommen  wieder
hergestellt  und  die  Disposition  für  kürzere  oder  längere  Zeit  aufgehoben. ­

Conradi  (Grundriss  der  Pathologie  und  Therapie,  Marburg
1811)  bemerkt  zur  Br  an  di  s’schen  Auseinandersetzung,  dass  nicht
einzusehen  sei,  wesshalb  nach  Zurückführung  des  vorigen  Verhältnisses ­
  des  Organismus,  nicht  auch  die  vorige  Disposition  zurückkehre. ­
  Bei  Bach,  der  zur  Annahme  einer  Misehungsänderung  seine
Zuflucht  nimmt,  vermisst  er  die  Erklärung,  wesshalb  gewisse  Stoffe
eine  solche  Mischungsänderung  bewirken,  und  worin  dieselbe  eigentlich ­
  bestehe,  und  kommt  zu  dem  Schlüsse:  dass  noch  von  Niemanden ­
  erklärt  worden  sei,  warum  manche  ansteckende  Krankheiten  im
Allgemeinen  dasselbe  Individuum  nur  Einmal  befallen  (pag.  340).
Demselben  Geständnisse  begegnen  wir  in  den  Werken  neuerer
Schriftsteller,  die  den  Gegenstand  berühren.  Viele  gehen  indess  der
Frage  ganz  aus  dem  Wege  oder  fertigen  sie  mit  einem  Worte  ab,
wie  Schönlein  (II.  Bd.,  p.  272),  der  von  einer  „Naturalisation“  des
Giftes  spricht.
Auch  in  einem  der  neuesten  pathologischen  Werke  (Heule
ration.  Path.  II.  Bd.,  pag.  472)  wird  auf  die  Schwierigkeit,  die  der
Gegenstand  darbietet,  aufmerksam  gemacht.  Es  heisst  dort:  „Eine
„entfernte  Ähnlichkeit  besteht  zwischen  der  Durchseuchung  eines
„Individuums  oder  einer  Bevölkerung  und  der  Erschöpfung  eines
„Bodens  oder  einer  Flüssigkeit  durch  die  darin  vegetirenden  organischen ­
  Gebilde.  Aber—fährt  He  nie  fort  —  wenn  diese  Vergleichung
„statt  einer  Erklärung  dienen  sollte,  so  wäre  man  zu  der  Annahme
„genöthiget,  dass  jedem  Körper  von  der  Geburt  an  so  viel  speeifische
„und  nicht  regenerirbare  Materien  in  bestimmter  Quantität  mitge-„geben
  seien,  als  ihn  möglicherweise  miasmatisch-contagiöse  Krankheiten ­
  erreichen  können.“
Von  der  Überzeugung  durchdrungen,  dass  nur  der  Weg  sorgfältiger ­
  Bobachtungen  und  Versuche  dahin  führen  kann,  in  Fragen
wie  die  vorliegende  der  Wahrheit  näher  zu  ktynmen,  haben  wir  versucht, ­
  in  der  vorliegenden  Arbeit  einen  kleinen  Beitrag  zur  Lösung
derselben  zu  liefern,  und  indem  wir  uns  an  gewisse  messbare  und
sicher  zu  beurtheilende  Erscheinungen  hielten,  liess  sich  eine  thnt-
            
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