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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Untersuchungen  über  den  ein-  und  /.weiuxigen  Glimmer.  6b
Glimmer  aus  einem  Ganggranite.  Dunkel,  in  dünnen
Schichten  kastanienbraun.  Scheinbare  Divergenz  =  0—1°.
Professor  Dana  hat  die  Glimmer  dieser  ersten  Abtheilung  in
zwei  Species:  Phlogopite  und  Biotite  geschieden,  jenachdem  die
Neigung  ihrer  optischen  Axen  grösser  oder  gleich  Null  ist,  indem  er
keine  Rücksicht  nimmt  auf  die  Lage  der  Ebene  derselben;  nach
seinen  und  Sillimans  Untersuchungen  ist  einaxig  nur  der  dunkle
Glimmer  im  Granite  (Silliman  führt  noch  an:  Black  mica  from
Moores  slide,  on  the  Ottawa,  Canada;  St.  Lawrence  Co.,  N.  Y.)
wogegen  die  braunen,  rotben  und  grünen  Varietäten,  welche  in
Dolomit  und  Kalk  Vorkommen,  zweiaxig  sind.  —  Es  scheint  jedoch,
dass  hier  eine  solche  Trennung  nicht  möglich  sein  wird,  denn  es
entstehen  die  Verschiedenheiten  in  der  Lage  der  Ebene  der  optischen
Axen  aus  den  Schwankungen  in  der  Grösse  zweier,  nahezu  gleicher
Elasticitäts-Axen,  welche  in  der  Ebene  der  Diagonalen  liegen;
und  es  befinden  sich  jene  Varietäten,  in  welchen  die  Differenz
gleich  Null  ist  (Biotite)  nothwendig  innerhalb  der  beiden  Grenzen,
welche  durch  die  Phlogopite  der  einen  und  der  andern  Art  gebildet
werden.  Eine  Beobachtung  mit  genaueren  Apparaten  und  nach
Methoden,  welche  trotz  der  bedeutenden  Absorption  des  Lichtes
doch  im  Stande  ist,  die  kleinsten  Variationen  in  den  Winkeln  der
optischen  Axen  nachzuweisen,  wird  ohne  Zweifel  zeigen,  dass  der
Übergang  in  dieser  Beziehung  ein  völlig  unmerklicher  ist,  und  dass
sämmtliche  Verschiedenheiten  unter  dem  Begriffe  einer  vollständigen
Reihe  sich  aufheben,  einer  Reihe,  deren  Grenzen  etwa  1S°  in  der
Ebene  der  längeren  und  kürzeren  Diagonale  sind.
B.  Glimmer  mit  einem  Winkel  der  optischen  Axen,  welcher  50°  und
mehr  beträgt.
Alle  Unregelmässigkeiten  in  der  Structur,  deren  bis  jetzt  Envälinung
  geschah,  treten  hier  in  grösstem  Maasse  auf.  Schiefe  und  zwar
nach  verschiedenen  Richtungen  hingeneigte  Prismen  und  Pyramiden
sind  noch  die  regelmässigeren  Bildungen;  da  aber  diese  Glimmer
grosstenlheils  in  Granit  eingewachsen  sind,  so  ist  ihr  Vorkommen
meist  auf  Lamellen  unbestimmter  Begrenzung  beschränkt.  Hier  war
es  nothwendig  ein  Kennzeichen  aufzusuchen,  welches  selbst  bei  fehlenden ­
  ursprünglichen  Umrissen  es  möglich  machte,  über  die  Lage
Sitzb.  d.  mathem.-natunv.  CI.  XI.  Bd.  I.  Hft.

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