Untersuchungen über den ein- und /.weiuxigen Glimmer. 6b
Glimmer aus einem Ganggranite. Dunkel, in dünnen
Schichten kastanienbraun. Scheinbare Divergenz = 0—1°.
Professor Dana hat die Glimmer dieser ersten Abtheilung in
zwei Species: Phlogopite und Biotite geschieden, jenachdem die
Neigung ihrer optischen Axen grösser oder gleich Null ist, indem er
keine Rücksicht nimmt auf die Lage der Ebene derselben; nach
seinen und Sillimans Untersuchungen ist einaxig nur der dunkle
Glimmer im Granite (Silliman führt noch an: Black mica from
Moores slide, on the Ottawa, Canada; St. Lawrence Co., N. Y.)
wogegen die braunen, rotben und grünen Varietäten, welche in
Dolomit und Kalk Vorkommen, zweiaxig sind. — Es scheint jedoch,
dass hier eine solche Trennung nicht möglich sein wird, denn es
entstehen die Verschiedenheiten in der Lage der Ebene der optischen
Axen aus den Schwankungen in der Grösse zweier, nahezu gleicher
Elasticitäts-Axen, welche in der Ebene der Diagonalen liegen;
und es befinden sich jene Varietäten, in welchen die Differenz
gleich Null ist (Biotite) nothwendig innerhalb der beiden Grenzen,
welche durch die Phlogopite der einen und der andern Art gebildet
werden. Eine Beobachtung mit genaueren Apparaten und nach
Methoden, welche trotz der bedeutenden Absorption des Lichtes
doch im Stande ist, die kleinsten Variationen in den Winkeln der
optischen Axen nachzuweisen, wird ohne Zweifel zeigen, dass der
Übergang in dieser Beziehung ein völlig unmerklicher ist, und dass
sämmtliche Verschiedenheiten unter dem Begriffe einer vollständigen
Reihe sich aufheben, einer Reihe, deren Grenzen etwa 1S° in der
Ebene der längeren und kürzeren Diagonale sind.
B. Glimmer mit einem Winkel der optischen Axen, welcher 50° und
mehr beträgt.
Alle Unregelmässigkeiten in der Structur, deren bis jetzt Envälinung
geschah, treten hier in grösstem Maasse auf. Schiefe und zwar
nach verschiedenen Richtungen hingeneigte Prismen und Pyramiden
sind noch die regelmässigeren Bildungen; da aber diese Glimmer
grosstenlheils in Granit eingewachsen sind, so ist ihr Vorkommen
meist auf Lamellen unbestimmter Begrenzung beschränkt. Hier war
es nothwendig ein Kennzeichen aufzusuchen, welches selbst bei fehlenden
ursprünglichen Umrissen es möglich machte, über die Lage
Sitzb. d. mathem.-natunv. CI. XI. Bd. I. Hft.
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