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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

bei  Mezö-Madaras  in  Siebenbürgen  stattgehabten  Meteoriten-Fall.  679
Meteorstein  aus  der  aufgewühlten  Erde,  in  der  er  sich  bis  auf  seine
Kante  eingrub,  ausgegraben  worden.  >
Die  Bodenfläche,  auf  welche  dieses  Meteor  sich  entladen  hat,
und  auf  welcher  bis  nun  Meteoriten  gefunden  wurden,  bildet  eine
gezogene  Ellipse  von  Südwest  nach  Nordost,  deren  Längendurchmesser ­
  bei  anderthalb,  der  Querdurchmesser  jedoch  nur  eine  halbe
Meile  beträgt,  und  deren  südwestlicher  Focus  der  Isteptö  ist.
Die  bis  nun  aufgefundenen  und  gesammelten  Steine,  deren
Echtheit  eonstatirt  wurde,  und  deren  Consignation  dem  Untersuchungs-Protokolle ­
  beigeschlossen  ist,  sind  durchgängig  von
gleicher  Beschaffenheit,  obwohl  sie  bezüglich  der  Grösse  sehr
verschieden  sind,  was  insbesondere  daher  rührt,  dass  viele  unkundige
Finder  oder  Abnehmer  dieselben  vandalisch  zerschlugen.  Diese
Meteorsteine  haben  eine  unebene  Oberfläche  mit  Vertiefungen  gleich
Fingereindrücken,  die  mehr  oder  weniger  deutlich  erscheinen;  sie
sind  von  knolliger,  rundlicher  oder  verflachter  Gestalt  mit  stumpf
abgerundeten  Kanten  und  mit  einem  schwarzen,  geschmolzenen
Überzüge  oder  einer  Rinde  versehen.  Die  innere  Masse  ist  von  mandelsteinartigem ­
  Aussehen,  grau  mit  schmutzig-weissen  Flecken;  auch
sind  viele  weissliche  und  gelbe  Metallpunkte  deutlich  sichtbar.  An
einzelnen  Punkten  neuerer  Bruchkanten  geben  diese  Steine  am  Stahle
Feuer,  und  überall  werden  sie  von  dem  Magnete  stark  angezogen,
ihr  specißsches  Gewicht  ist  durchgängig  3V Z -  Ihre  chemischen
Bestandteile  und  oryktognostischenZusammensetzungstheile  müssen
erst  durch  genaue  chemische  Analysen  und  mineralogische  Untersuchungen ­
  näher  bestimmt  werden;  nach  oberflächlicher  Untersuchung ­
  scheinen  sie  Nickeleisen,  ein  feldspathartiges  Mineral  und
Eisenkies  zu  enthalten.
Ausser  diesen  Aerolithen  sind  noch  aus  verschiedenen  Händen
verschiedene  Steinstücke  als  Feketeer  Meteorsteine  zum  Vorschein
gekommen,  die  theils  wegen  ihrer  Ähnlichkeit  für  solche  gehalten
wurden,  theils  aus  Speculation  durch  die  Bauern  künstlich  nachgemacht ­
  wurden.  Diese  Steine  können  durch  ihre  geringere  specifische
Schwere,  wie  auch  durch  andere  Merkmale  leicht  als  falsche
erkannt  werden.
Aus  dem  Untersuchungs-Protokolle  ist  es  ersichtlich,  dass  die
Bis  nun  Vorgefundenen  Feketeer  Meteorsteine  nicht  der  4.  Theil  der
gefallenen  sein  können,  dass  daher  in  der  Zukunft  beim  Ackern  und
            
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