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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

678  Partsch.  Auszug  aus  dem  amtlichen  Berichte  über  den  am  4.  Sept.  1852
Standpunkten  der  Zuhörer  wurde  dieses  Getöse  verschieden  vernommen ­
  und  von  Einzelnen  dem  Brennen  eines  Rauchfanges,  dem  entfernten ­
  Trommeln  vieler  Tambours,  dem  schnellen  Rollen  von  Kanonen
auf  holperiger  Strasse  etc.  verglichen,  wie  es  die  vielen  vernommenen ­
  Zeugen  im  Untersuchungs-Protokolle  aussagten.  Eine  kleine
Pause  hierauf  waren  viele  verschieden  hohe  und  tiefe  pfeifende  Töne
hoch  in  der  Luft  hörbar,  die,  zusammengenommen,  die  Ähnlichkeit
mit  einer  Orgel-  oder  fremdartigen  Musik,  oder  mit  dem  entfernten
Läuten  vieler  verschiedenstimmiger  Glocken  etc.  hatten,  was  aus
dem  schnellen  Durchschneiden  der  Luft  in  höheren  Regionen,  durch
die  vielen  geborstenen  Theile  der  verschiedensten  Grösse  des  Meteors
erklärt  werden  muss,  wo  die  kleineren  Theile  höhere,  die  grösseren
jedoch,  je  nach  ihrem  Kaliber,  tiefere  Töne  zu  gleicher  Zeit  hervorriefen. ­
  Dieser  eigenthümliche  Orgel-  oder  besser  aeolsharfenartige
Schall  überging  schliesslich  in  Pfeifen  und  Zischen,  ganz  ähnlich  dem
Tone  fliegender  Kanonenkugeln,  so  dass  die  Richtung  der  fliegenden
Theile  des  Meteors  deutlich  verfolgt  werden  konnte;  ja  einzelne
Zeugen  sahen  sogar  theils  dunkle,  theils  farbige  Massen  schnell
gegen  die  Erde  fallen.  Schliesslich  wurde  deutlich  das  Auffallen
vieler  Gegenstände  an  verschiedenen  Punkten  um  den  Istentö  herum,
in  dem  Nagy  Völgy,  ja  seihst  bis  eine  halbe  Meile  vom  Istentö  nordöstlich ­
  vernommen.  Viele  sahen  wie  durch  die  fallenden  Gegenstände
die  Erde  aufgewühlt  wurde,  oder  das  Wasser  der  Sümpfe  aufspritzte. ­
  —  Ein  Bauer  war  auf  dem  Teiche  Istentö,  als  nach  jenem
obenbeschriebenen  Getöse  ein  grosser  Gegenstand,  kaum  200  Schritte
von  ihm,  in  das  Wasser  mit  solcher  Gewalt  fiel,  dass  es  über  Mannshöhe ­
  aufspritzte  und  Wellen  warf;  was  auch  hoch  einer  der  vernommenen ­
  Zeugen  sah.
Die  Zeugen  dieses  Aerolithen-Falles  waren  von  der  erschütternden ­
  Erscheinung  dieses  für  sie  unbegreiflichen  Phänomens  derart
ergriffen  und  erschreckt,  dass  sie  erst  nach  mehreren  Stunden  «auf
beobachteten  Punkten  nachsuchten,  und  theils  gleich,  theils  nach
Wochen  und  Monaten  eigenthümliche  schwarze  Steine  fanden;  kein
Stein  jedoch  wurde  noch  im  warmen  Zustande  gefunden.
In  dem  Nagy  Völgy  und  südlich  und  westlich  vom  Istentö  sind
kleine  Fragmente,  nahe  an  demselben  und  von  da  nördlich  und  südlich ­
  sind  einige  faustgrosse  Stücke  gefunden,  dann  über  eine  halbe
Meile  nördlich  vom  Istentö  ist  ein  beinahe  18  Pfund  grosser
            
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