Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

668

Mose  r.

wurde  die  rückständige  Kolile  bei  der  Asche  belassen,  und  ihre
Menge  durch  Zurückwägen  bestimmt.
Sowohl  dieser  Rückstand  an  Kohle,  der  durch  eine  Wägung  zu
bestimmen  war,  als  auch  der  Gehalt  der  Asche  an  Kohlensäure,
welcher  aus  demVerluste  sich  ergab,  Hessen  es  behufs  einer  sichereren
Controle  rathsam  erscheinen,  aus  einer  und  derselben  Aschenmenge
alle  Bestimmungen  zu  machen;  es  musste  desshalb  die  Asche  in
Salpetersäure  gelöst  werden.  Zur  Anwendung  dieses  bei  der  Analyse
von  Pflanzenaschen  sonst  nicht  gebräuchlichen  Lösungsmittels  liess
ich  mich  um  so  lieber  bestimmen,  als  der  Grund  warum  man  die
Salpetersäure  nicht  zur  Lösung  verwendet,  von  untergeordnetem
Belange  ist;  man  besorgt  nämlich,  dass  die  Schwefelsäurebestimmung
in  Folge  von  zugleich  ausgeschiedenem  salpetersaurem  Baryte  unrichtig ­
  ausfallen  könne  —  eine  durch  mannigfache  Mittel  leicht  zu
beseitigende  Fehlerquelle.
Die  Asche  wurde  mit  der  verdünnten  Salpetersäure  bei  SO  —
60°  C.  über  eine  Stunde  digerirt,  und  die  rückständige  Kohle  auf
einem  kleinen  Filtrum  gesammelt;  diese  wurde  sofort  zuerst  mit
salpetersäurehaltendem,  dann  mit  reinem  heissen  Wasser  vollkommen
ausgewaschen.  Im  Filtrate  wurden  Chlor,  Schwefelsäure  und  dann
Kieselsäure  auf  die  gewöhnliche  Art  abgeschieden.  Zur  Bestimmung
der  Phosphorsäure,  welche  in  der  Überschuss  an  Alkalien  enthaltenden ­
  Asche  nur  als  dreibasige  Säure  vorkommt,  wurde  der  in  den
Laboratorien  von  Liebig,  Fr  es  eni  u  s,  u.A.  derzeit  hei  der  Analyse
von  Pflanzenaschen  verfolgte  Gang  gewählt,  welcher  sich  auf  die
Unlöslichkeit  des  phosphorsauren  Eisenoxydes  [2jFe z  0 3  3  / J 0 5 ]  so
wie  des  oxalsauren  Kalkes  in  Essigsäure,  und  auf  die  Löslichkeit  des
phosphorsauren  Calcium-  und  Magniumoxydes  in  derselben  Säure
stützt.  Es  wurde  desshalb  das  von  der  abgeschiedenen  Kieselsäure
erhaltene  Filtrat  erhitzt,  mit  Ammon  fast  neutralisirt  und  dann  mit
essigsaurem  Ammon  im  Überschüsse  versetzt,  um  das  phosphorsaure
Eisenoxyd  abzuscheiden.  Ist  die  Flüssigkeit  hinreichend  verdünnt
und  heiss,  so  hat  man  nicht  zu  besorgen,  dass  mit  dem  phosphorsauren ­
  Eisenoxyde  auch  ein  Theil  der  phosphorsauren  alkalischen
Erden  sich  abscheidet,  was  stets  erfolgt,  wenn  die  Flüssigkeit  concentrirt
  ist.  Das  essigsaure  Filtrat  vom  phosphorsauren  Eisenoxyd
wurde  zur  Abscheidung  des  Kalkes  mit  Oxalsäure  oder  oxalsaurem
Ammon  versetzt  und  der  Niederschlag  nach  24  Stunden  filtrirt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.