Moser. Über die Zusammensetzung der Asche von KartoffellmoHen. 667
SITZUNG VOM 20. OCTOBER 1853.
Eingescndete Abhandlungen.
Über die Zusammensetzung der Asche von Kartoffelknollen.
Von Dr. J. Moser,
Professor der Chemie und Physik an der k. k. hohem landwirtschaftlichen
Lehranstalt zu Ungrisch-Altenburg.
Das bestandene k. k. Ministerium für Landescultur und Bergwesen
übersandte der hiesigen Lehranstalt im Herbste 1852
zwei Sorten von gesunden Kartoffelknollen — aus der Lombardie
stammend — mit dem Aufträge, die Asche dieser Knollen mit aller
Sorgfalt und Genauigkeit zu untersuchen. Mit der Ausführung der
Analysen betraut, war es mein eifrigstes Bestreben der hohen Anordnung
zufolge die Untersuchung mit aller Umsicht durchzuführen,
daher ich denn auch glaube, die Resultate dieser Analysen dürften
einigen Werth haben. Da bekanntlich das Verfahren bei der Darstellung
der Asche sowohl, als auch bei der Analyse selbst einen
wesentlichen Einfluss auf die Resultate hat, so erlaube ich mir in
kurzer Beschreibung das befolgte Verfahren der Angabe der Resultate
vorangehen zu lassen.
Die Einäscherung der sorgfältig gereinigten, zerschnittenen und
in Steinguttiegeln verkohlten Knollen geschah nach Dr. Strecker’s
Angabe in der Muffel bei möglichst niedriger Temperatur, wodurch
eine wohl nicht völlig kohlenfreie Asche erzielt wurde, dagegen aber
auch kein Verlust an Chloriden u. s. w. eintreten konnte. Die letzten
Antheile der Kohle in der Asche liessen sich weder durch fortgesetzte
Einwirkung einer sehr gelinden Rothglut in der Muffel, noch
durch Anwendung stärkerer Glühhitze über der Spirituslampe entfernen;
und weil in letzterem Fall immer ein auf Verluste an Chloriden
und Schwefelsäure deutendes Zusammenbacken der Asche eintrat, so
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