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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Über  Sacharometer.

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Flüssigkeiten  eingetaucliten  Körpern,  also  auch  wie  Figur  3  darstellt
an  den  Sacharometern,  und  es  fragt  sich  an  welcher  Flüssigkeitsebene, ­
  der  oberen  oder  unteren,  von  der  Seite  der  Hülse  her  gesehen, ­
  die  Ablesung  der  Instrumente  zu  geschehen  habe.
Dass  für  die  Ablesung  jedenfalls  eine  Norm  festgestellt  werden
müsse,  leuchtet  leicht  ein,  wenn  man  bedenkt,  dass  eben  wegen  der
Breite  des  Ringes  an  der  Flüssigkeitsoberfläche,  die  an  ein  und
demselben  Sacharometer  abgelesenen  Zuckerprocentgehalte  bedeutend
differiren,  je  nachdem  man  oben  oder  unten  (wie  die  Praktiker  dies
nennen)  abliest.  Ein  in  meinem  Besitze  befindliches  Sacharometer
gab  so  z.  B.  bei  Anwendung  ein  und  derselben  zuckerhaltigen  Flüssigkeit, ­
  den  Zuckergehalt:
an  der  unteren  Flüssigkeitsgrenze  zu  1S-S1  Procenten
„  „  oberen  „  „  IS  -  39  „
also  einen  Unterschied  von  0-12  Procenten  in  der  Angabe.
Es  ist  nun  nicht  zu  leugnen,  dass  die  Ablesung  an  der  unteren
Flüssigkeitsgrenze,  also  in  der  Richtung  wo,  durch  die  totale  Reflexion
begünstiget,  bei  gehöriger  Umsicht  mit  äusserster  Schärfe  geschieht
und  dass  ebenso  dabei  für  die  richtige  Stellung  des  Auges  in  der
Ebene  des  ahzulesenden  Theilstriches  die  nöthigen  Anhaltspunkte
leicht  aufzufinden  sind,  somit-bei  mehreren  auf  einander  folgenden
Ablesungen  nur  wenig  differirende  Angaben  erhalten  werden.  Diese
Ablesungsart  ist  aber  nur  bei  vollkommen  klaren  und  farblosen  oder
lichtgefärbten  Flüssigkeiten  anwendbar.  In  vielen  Fällen  erscheint
jedoch  die  zu  prüfende  Flüssigkeit  nicht  vollkommen  klar,  oder  wie
z.  B.  bei  Braunbieren  so  dunkel  gefärbt,  dass  die  Ablesungen  der
Sacharometerscale  durch  eine  Flüssigkeitsschichte  zu  den  Unmöglichkeiten ­
  gehört,  und  man  daher  an  der  oberen  Flüssigkeitsgrenze
ablesen  muss.  Aus  diesem  Grunde  bleibt  es  vortheilhafter  als  Norm
festzustellen,  dass  die  Ablesung  der  Sacharometerscale  an  der  oberen
Flüssigkeitsgrenze  nach  der  Richtung  oo  zu  geschehen  habe,  wobei
jedoch,  wie  aus  der  Zeichnung  ersichtlich,  das  Auge  möglichst  genau
>n  dieselbe  Ebene  mit  derselben  gebracht  werden  muss.  Es  ist  klar,
dass,  da  beim  Gebrauche  der  Sacharometer  die  Scalenablesung
von  oben  erfolgt,  die  Verfertiger  solcher  Instrumente  bei  deren
Construction  ebenfalls  immer  an  der  oberen  Flüssigkeitsgrenze  abzuksen
  haben,  oder  die  Unterlassung  dieserVorsicht  wenigstens  ang
 e ben,  da  für  jedes  derartige  Instrument  auf  rein  empirischem  Wege
            
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