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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Pohl.

ohnedies  die  meisten  derselben  als  beim  Gebrauche  jedes  Aräometers
Anwendung  findend,  bekannt  sind.  Hier  sollen  nur  einige  Hauptpunkte
hervorgehoben  werden,  gegen  welche  leider  nur  zu  häufig  Verstosse
geschehen,  als  deren  Folge  bedeutende  Unrichtigkeiten  in  den  Sacharometer-Angaben ­
  resultiren.
Die  Prüfung  einer  zuckerhaltigen  Flüssigkeit  mittelst  des  Sacharometers ­
  bat  in  einem  passenden  Gefässe  zu  geschehen,  das  am  zweckmässigsten
  cylindrische  Form  besitzt  und  aus  Glas  verfertiget  ist.
Figur  2  zeigt  die  Form  der  sogenannten  Aräometerhülse,  welche
jetzt  am  gebräuchlichsten,  auch  die  genauesten  Ablesungen  zulässt.
Hauptsache  bleibt  es  immer,  dass  die  Hülse  die  nöthige  Länge  und
eine  solche  Weite  habe,  dass  das  Sacharometer,  ohne  die  Wände  zu
berühren,  also  frei  in  der  zuckerhaltigen  Flüssigkeit  schwimmen
könne;  wozu  freilich  auch  ein  ziemlich  verticaler  Stand  der  Hülse
gehört.  Der  Hals  ab  cd  der  Hülse  muss  von  möglichst  geraden  Glaswänden ­
  gebildet,  und  frei  von  sogenannten  Schlieren  und  Wellen  im
Glase  sein,  weil  sonst  bei  der  Ablesung  eine  beträchtliche  Parallaxe
stattfindet,  welche  zu  argen  Fehlern  Veranlassung  gibt.  Die  Hülse
wird  beim  Gebrauche  bis  zum  Beginn  des  Halses  cd  mit  der  zu
prüfenden  Zuckerlösung  gefüllt  und  diese  so  eingegossen,  dass  das
Herabfliessen  an  den  Wänden  der  Sacharometerhülse  erfolgt,  wodurch
das  sonst  häufig  eintretende  Schäumen  vermieden  wird.  Sollte  dennoch
Schaumbildung  eintreten,  welche  eine  genaue  Ablesung  des  Sacharometers ­
  hindert,  so  ist  die  Schaumdecke  am  leichtesten  mittelst
Fliesspapier  wegzuwischen.
Bekanntlich  erscheint  die  Oberfläche  von  Flüssigkeiten  in  Gefässen,
  von  der  Seite  betrachtet,  nicht  als  höchst  feine  Linie  von
fast  unmerkbarem  Durchmesser,  sondern  in  Folge  der  Adhäsion  an
den  Gefässwänden  wird  die  Flüssigkeit  an  letzteren  in  die  Höhe
gezogen  und  bildet  durch  Eintretung  totaler  Betlexion  einen  messbar ­
  breiten  und  dunklen  Streifen,  dessen  Breite  nicht  nur  von  der
Weite  des  Gefässes,  Art  des  Glases  und  der  verwendeten  Flüssigkeit, ­
  sondern  auch  von  der  Concentration  der  letzteren  abhängt,
und  daher  nicht  unbedeutenden  Veränderungen  unterworfen  ist.
Die  Flüssigkeitsoberfläche  besteht  sonach  in  Gefässen  scheinbar
nicht  bloss  aus  einer  Ebene,  sondern  aus  zweien,  einer  oberen  und
einer  unteren,  welche  durch  einen  mehr,  minder  breiten  dunklen  Ring
getrennt  sind.  Ähnliche  Erscheinungen  zeigen  sich  an  allen  in
            
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