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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Untersuchungen  über  den  ein-  und  zweiaxigen  Glimmer.

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Fig.  VI,  VII,  VIII  zeigt  die  Stellung  der  Curven  für  y  =  1.20°,
y'  =  30°;  y  =  133°,  y'  =  43°;  y  ==  130°,  y'  =  60;  wofür  «
respective  =  —  13°,  0°,  +  1S°  wird;  für  y  =  180°,  y'  —  90°
treten  wieder  die  Verhältnisse  der  Fig.  I  ein,  und  man  erhält  somit,
wenn  man  einen  zweiaxigen  Krystall  in  seiner  eigenen  Ebene  dreht,
viermal  dieselben  Gestaltungen  wiederholt.
Indem  ich  die  Glimmer  in  der  hier  angedeuteten  Art  untersuchte,
gruppirten  sich  dieselben  sehr  bald  ganz  deutlich  und  zwar  schien
mir  der  Intervall,  der  zwischen  12°  und  30°  -—  innerhalb  welchen
Grenzen  ich  keinen  Axenwinkel  beobachtete  so  merkwürdig,  dass  ich
die  folgende  Aufzählung  der  Glimmer  nach  diesem  Gesichtspunkte
ordnen  werde.
A.  Glimmer  mit  geringer  Axendivcrgenz.
Die  Varietäten  dieser  Gruppe  sind  im  Ganzen  genommen
weniger  vertreten  in  den  mir  zugänglichen  Sammlungen  Wiens;
doch  schon  in  diesen  wenigen,  so  wie  an  jenen,  welche  mir  aus
Ober-Ungarn  zugeschickt  wurden,  liegt  hinreichendes  Material  vor,
um  die  Grenzen  zu  bezeichnen,  innerhalb  welchen  ihre  optischen
Eigenschaften  reihenweise  sich  entfalten.  Die  Krystallisation  ist  im
Allgemeinen  vollkommen;  die  Blättchen  sind  erträglich  eben,  adhäriren
gleichmässig,  und  bieten  durch  regelmässige  Übereinanderlagerung
zuweilen  selbst  messbare  Flächen;  in  der  That  sind  die  Messungen
von  Philipps  und  Marignac  an  Varietäten  dieser  Gruppe  geschehen
und  auch  die  Zeichnungen,  die  Dufrenoy  aus  Levy  entlehnt,
beziehen  sich  offenbar  nur  auf  solche  Stücke,  da  ich  an  dem  Glimmer ­
  vom  Baikal  Abstumpfungen  gefunden,  die  jenen  Angaben  entsprechen, ­
  und  unter  all  diesen  kein  einziger  sich  fand,  der  eine
grössere  Divergenz  als  3°  gezeigt  hätte.
a.  Ebene  der  optischen  Axen  in  die  der  kürzeren  Diagonale  fallend.
Glimmer  vomV  esuv.  Sehr  hohe  Pyramiden  mit  Abstumpfung
der  spitzen  Ecken;  Seitenflächen  glanzlos,  parallel  zu  P—co  gestreift, ­
  Theilungsfläche  eben  mit  Spuren  faseriger  Theilbarkeit  nacli
einer  Seite  von  P-j-oo.
Pistaziengrün,  auf  derbem  Kalke;  scheinbarer  Winkel  der  optischen ­
  Axen  =  0°  1°.
Hellgrün,  fast  farblos,  auf  Kalkspath:  scheinbarer  Winkel  der
optischen  Axen  =  1  °.
            
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