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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Pohl.

17-5  C.  als  vortheilhaftere  Normaltemperatur  erscheinen,  allein  es
bleibt  noch  ein  anderer  Umstand  zu  berücksichtigen,  welcher  von
äusserster  Wichtigkeit  ist,  da  es  sich  gerade  hier  um  die  möglichst
weite  Verbreitung  des  auf  theoretischem  Wege  Gefundenen  in  der
Praxis  handelt.  Wie  erwähnt  stehen  Sacharometer  und  Alkoholometer ­
  in  enger  Beziehung,  sie  verhalten  sich  zu  einander  wie  Scalen-Aräometer
  für  specifisch  schwerere  Flüssigkeiten  als  das  Wasser,
zu  solchen  für  specitisch  leichtere  Flüssigkeiten.  Bei  der  Gährung  von
Branntwein-  und  Hefenmeischen  erhält  der  Industrielle  dadurch  ein
klares  Bild  von  dem  für  ihn  so  wichtigen  Verlauf  der  Gährung,  dass
er  zu  ermitteln  sucht,  wie  viel  Zucker  nach  bestimmten  Zeiträumen
zersetzt  und  wie  viel  daraus  Alkohol  gebildet  wurde,  was  er  entweder ­
  in  absoluten  Zahlenwerthen  ausgedrückt  oder  bloss  relativ
erfahren  kann.  Das  Sacharometer  gibt  ihm  eben  dazu  die  Mittel  an
die  Hand,  es  ist  sonach  nicht  bloss  Controlmittel  für  das  Überwachungs-Personale,
  sondern  sein  Hauptzweck  besteht  wohl  darin,
dem  Fabrikanten  als  Leiter  und  Rathgeber  zu  dienen.  Nun  treten
aber  Fälle  ein,  wo  die  Vergährung  so  vollständig  wird,  dass  scheinbar ­
  aller  Zucker  zersetzt  ist  und  das  Sacharometer  über  den  Nullpunkt
der  Scale  in  die  zu  prüfende  Flüssigkeit  einsinkt.  Jetzt  reicht  das
Sacharometer  nicht  mehr  aus,  man  muss  zum  Alkoholometer  greifen,
das  ebenso  wie  das  zweckmässig  construirte  Sacharometer  neben
den  Procenten  auch  noch  die  denselben  entsprechenden  Dichten
enthalten  soll.  Bei  dieser  Einrichtung  bildet,  wenn  beide  Instrumente
für  dieselbe  Normaltemperatur  gelten,  die  Scale  des  einen  die  Fortsetzung ­
  der  Dichtenscale  des  anderen,  und  der  Praktiker  kann  mit
Leichtigkeit  den  Fortgang  und  Schluss  der  Gährung  am  Alkoholometer ­
  beobachten,  während  er  beim  Antritt  und  während  des  ersten
Stadiums  derselben  das  Sacharometer  benöthigte.  Aber  selbst  für
noch  andere  Fälle  sind  Alkoholometer  und  Sacharometer  in  den  Brennereien, ­
  Hefenfabriken  etc.  unerlässlich,  es  wird  also  höchst  wünschenswert!'., ­
  dass  beide  Instrumente  auf  ein  und  dieselbe  Einheit,
nämlich  die  Dichte  des  Wassers  bei  gleicher  Temperatur  bezogen
werden.
Sind  zufällig  Sacharometer  und  Alkoholometer  nicht  auf  gleiche
Normaltemperatur  basirt,  so  werden  allerdings  beide  Instrumente  noch
zu  amtlichen  Erhebungen  behufs  etwaiger  Besteuerung  geistiger
Getränke  tauglich  sein,  allein  der  Hauptvortheil  derselben  für  den
            
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