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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Untersuchungen  über  ilen  ein-  und  ziveiaxigen  Glimmer.  5  9
Ist  a—  0,  wie  dies  bei  den  optisch  einaxigen  Körpern  der  Fall
ist,  so  wird
rj a  =  £ a
d.  i.  die  schwarzen  Punkte  liegen  in  einem  rechtwinkeligen  Kreuze,
welches  mit  den  Richtungen  der  Polarisations-Ebene  im  Spiegel
und  Analyseur  zusammenfällt,  und  daher  seine  Stellung  unverrückt
beibehält;  man  drehe  den  Krystall  wie  immer  in  seiner  eigenen
Ebene.  —  Ist  aber  a  grösser  als  Null,  so  kann  die  obige  Gleichung
auch  so  geschrieben  werden  :
■n*  ft  _  ,
a a  a a
Fi  +  cotg.  2<p z  Fi  +  cotg.  t’f
woraus  hervorgeht,  dass  die  Hyperbel  eine  rechtwinkelige  sein  wird,
deren  reelle  Axe  gleich  der  imaginären,  =  aj/sin  2  <p  ist.  Nun  haben
wir  aber  gefunden,  dass  die  Abscissen-Axe  derselben  um  4S°  gegen  f
verschoben  ist;  es  werden  somit  die  Assymptoten  mit  den  Abscisseri-Axen
  die  Winkel  +  y  einschliessen,  d.  i.  die  Assymptoten  werden  die
Richtungen  der  Schwingungen  des  ursprünglich  polarisirten,  und
des  aus  dem  Analyseur  tretenden  Lichtes  markiren.
Es  stelle  nun  Fig.  5,1—IX  eine  Reihe  von  verschiedenen  Lagen
des  zweiaxigenKryslalles  gegen  das  einfallende  geradlinig-polarisirte
Licht  dar;  y  bezeichnet  die  Richtung  der  Schwingungen  im  Polariseur,
y'die  entsprechenden  im  Analyseur,  «  die  Lage  der  Abscissen-Axe  der
Hyperbel;  ^4.,,  A 2 ,  A s ,  A it  A s ,  4 6  ein  Sechseck,  entstanden  aus
einem  Rhombus  von  120°  und  60°  durch  Abstumpfung  der  spitzen
Winkel  wo  die  Axenpunkte  in  die  grössere  Diagonale  fallen;  a t ,  a 2 ,
«s»  «4,  a 5 ,  « 6  ein  Sechseck  auf  ähnliche  Weise  abgeleitet,  wo  aber
die  Axenpunkte  in  der  kleineren  Diagonale  liegen.  —  In  Fig.  I  ist
iP  =  0,  <p'  —  +  90°,  «  —  +  45°;  da  man  nur  ein  schwarzes  Kreuz
sieht,  so  kann  die  Axe  der  Hyperbel  so  gut  im  ersten  als  vierten
Quadranten  liegen.  Die  beiden  Ralken  des  Kreuzes  bezeichnen  die
Richtung  der  Diagonalen,  wo  diejenige,  welche  parallel  zu  einer
Seite  des  Sechseckes  läuft  die  kürzere,  die  andere,  welche  senkrecht
auf  dieser  steht,  die  längere  ist.  Diese  Lage  des  Krystalles  belehrt
somit  darüber,  welche  Seiten  des  Sechseckes  dem  Rhombus  der
Grundgestalt  P  -j_  oo,  und  welche  der  Abstumpfung  Pr  -j-  oo
entsprechen.
            
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