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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Über  Sacharometer.

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nicht  immer  besitzen,  und  dass  bei  der  Einrichtung,  Verfertigung,
Prüfung  und  Handhabung  der  Sacharometer  eben  wieder  aus  Unkenntniss
  noch  manche  Missgriffe  stattfinden.
§.  1.  Das  Sacharometer  ist  dem  Wesen  nach  ein  Scalen-Aräometer
  zur  Prüfung  specifisch  schwererer  Flüssigkeiten  als  das
Wasser,  welches  also  in  einer  derartigen  Flüssigkeit  um  so  weniger
einsinkt,  ein  je  grösseres  specifisches  Gewicht  sie  besitzt.  Beim
Lösen  fester  Körper  im  Wasser  nimmt  aber  bis  zu  einer  bestimmten
Grenze,  dem  Sättigungspunkte,  die  Dichte  der  Flüssigkeit  zu,  entweder ­
  genau  proportional  der  gelösten  Menge  des  festen  Körpers,
oder  wie  die  Erfahrung  zeigt,  auf  eine  andere  Weise  derart,  dass
für  jede  solche  Lösung  nach  einem  theils  theoretisch,  theils  empirisch
ableitbaren  Gesetze,  aus  der  Dichte  der  Flüssigkeit  ein  Schluss  auf
ihren  Gehalt  an  dem  festen  Körper,  oder  mit  anderen  Worten  deren
Concentration  gezogen  werden  kann.
Sind  die  Dichten  bekannt,  welche  bestimmten  Zuckerlösungen
entsprechen,  so  vertritt  also  jedes  Scalen-Aräometer,  das  unmittelbar
Dichten  angibt,  die  Stelle  eines  Sacharometers.  Allein  für  den
Gebrauch  erscheint  es  bequemer,  wenn  das  zur  Prüfung  zuckerhaltiger ­
  Flüssigkeiten  bestimmte  Instrument  nicht  bloss  Dichten,  sondern
auch  die  denselben  entsprechenden  Gewichtsprocente  an  Zucker
angibt,  weil  man  so  den,  durch  häufige  Interpolation  lästigen,  Gebrauch ­
  einer  Hülfstafel  erspart.  Diese  unmittelbar  Zucker-Gewichtsprocente
  an  der  Scale  angebenden  Aräometer  sind  es,  welche  man
Sacharometer  im  engsten  Sinne  des  Wortes  nennt.
Wie  eben  erwähnt,  setzt  die  Anfertigung  eines  Sacharometers
eine  Tabelle  voraus,  welche  vergleichsweise  die  Dichten  mit  den
ihnen  zukommenden  Zuckerprocenten  in  nicht  zu  grossen  Intervallen
enthält.  Versuche  zeigten,  dass  die  Procentgehalte  von  Zuckerlösungen ­
  nicht  genau  proportional  den  Dichtenzunahmen  seien,  es
mussten  also  die  in  Rede  stehenden  Vergleichstafeln  auf  empirischem
Wege  construirt  werden,  welcher  ebenso  zeitraubenden  als  viele
Ersiehtsmassregeln  erforderlichen  Arbeit  sich  Mehrere  unterzogen,
ohne  jedoch  vollkommen  übereinstimmende  Resultate  zu  erlangen,
' y enn  sich  auch  die  erhaltenen  Unterschiede  im  Allgemeinen  als
geringfügig  herausstellen.
Bevor  ich  zu  diesen  Resultaten  der  verschiedenen  Experimentatoren ­
  übergehe,  muss  ich  auf  einen  Umstand  aufmerksam  machen,
            
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