bei Kotterbach (und Poracz) im Zipser Comitat.
631
Aus der eben gemachten Beschreibung des Ganges von Wikartowee
zeigt sich, dass der Quarz mit dem metallischen Antheil und
Schiefertalk gleichzeitig gebildet wurde; hiemit wird erklärt das
problematische Hervortreten dieses Gesteins oder Talkschiefers
(Gemenge von Talk und Quarz) in vielen Gängen von Ober-Ungarn
unter andern bei Kotterbach, wo der Gang den Gabbro, bei Magorka
den Granit durchsetzt u. s. w.
Aus der Beschreibung des Kottenhacher Ganges hat es sich
erwiesen, dass die Gangmasse auf nassen Wegen entstehen konnte;
da aber dieselbe genau mit Schiefertalk verbunden ist, so konnte
dieses Gestein nur auf eine ähnliche Weise entstanden sein; Schiefertalk
darf also nicht immer als eine metamorphische Gebirgsart
betrachtet werden. Es muss dahin gestellt bleiben, oh im Allgemeinen
die Talkschiefer und andere krystallinische Schiefer, die damit am
genauesten verbunden sind, auf wässerigem Wege gebildet werden,
es ist aber dafür viele Wahrscheinlichkeit; entschiedene Beweise
können gegenwärtig nicht geliefert werden; so viel ist bestimmt,
dass in der Gegend von Dobschau an dem mächtigen Bücken, Langenberg
genannt, es Talkconglomerate (Gemenge von Talk und abgerundeten
Quarzkörnern) und Mergelconglomerate gibt, die unter
einander ab wechseln; die letzteren enthalten selbst Abdrücke von
Nucula mit deutlich erhaltenem Schloss, diese beiden Gesteine können
auf einem und demselben Wege entstanden sein, und nur verschiedene
chemische Verbindungen haben Talk und Mergel gebildet.
Aus dem Gesagten geht hervor, dass in Ober-Ungarn:
1. Die Metallgänge wässerige Niederschläge sind, die wahrscheinlich
Quellen abgesetzt haben.
2. Zugleich mit dem Ganggestein sind Schiefertalk und körniger
Talkschiefer gebildet.
3. Es scheint, dass die Gänge, die einen gleichen mineralogischen
Charakter zeigen, sehr jungen Ursprungs, und zwar nach der
myocenen Periode gebildet sind.
Bemerkung: Die Angabe des Herrn Karl v. Hauer (Jahrbuch
der geologischen Reichsanstalt, Nr. 4, 1852, S. 99), dass die bei
Poracz herrschende Gebirgsart aus Thonscliiefer besteht, beruht auf
einem Irrthum, mächtige Halden von Schiefer, die von den Gangmitteln
hervorgebracht wurden, haben diese Ansicht verursacht.