630 Zeisczn er. Geognostisclie Schilderung der Gangverhältnisse
Ebenso entschieden beweiset der Gang von Wikartowce, genannt
Berdarowa kopalnia, dass die Ganggesteine keine Ausscheidungen
sind. Die geognostischen Verhältnisse dieses Ganges machen denselben
zu dem merkwiirdigslen in Ober-Ungarn, und darum erlaube
ich mir denselben etwas näher zu beschreiben. Sein mineralogischer
Charakter ist vollkommen ähnlich denen, welche die Schiefer und
Gabbro durchsetzen, aber das Gestein welches er durchsetzt, ist
ganz verschieden, es ist ein ganz jugendlicher Sandstein von feinkörnigem
mürben Gefüge, und stellenweise verwandelt er sich in
Conglomerat von hellgrauer Farbe. Dieser Sandstein füllt das Thal von
Wikartowce aus, zwischen dem Fusse der Kralowa hola, des letzten
Berges des Gebirges Nizne-Tatry und dem Porphyrgebirge, welches
oberhalb Styrba und Luczywna sich erhebt. Da diese Sandsteine sich
continuirlich gegen Styrba und Luczywna fortziehen und in graue
Thone übergehen, welche tertiäre Versteinerungen wieCerithiumu.m.a.
enthalten; bei Suczany zeigen sich dünne Lager von Braunkohle, die
öfters aufgenommen, gewöhnlich aber ohne Erfolg verlassen wurden.
Der Gang Berdarowa kopalnice befindet sich westlich von Wikartowce
und durchsetzt grauen Sandstein mit vielen beigemengten
Blättern von silberweissem Glimmer; gewöhnlich theilt er sich in
dünne Schichten i—2 Fuss mächtig, sie werden auch wenige Zoll
dick, wenn das thonige Bindemittel bedeutendere Oberhand nimmt.
Die Gangmasse ist ganz verschieden von dem durchsetzten Gesteine;
sie ist vollkommen krystallinisch und besteht hauptsächlich aus grauem
Schiefertalk von unendlich vielen dünnschieferigen Absonderungen.
Aus diesem Talkgesteine sondert sich in dicken Adern weisser Quarz
mit eingesprengten Körnern von dunkelgrauem Fahlerz aus, gewöhnlich
von der Grösse einer Erbse; früher soll dasselbe mehr concentrirt
vorgekommen sein. Das Fahlerz ist sehr geneigt sich in Malachit
umzuwandeln und bildet Krusten auf dem Quarz, oder färbt ihn mit
schöner, grüner Farbe. Das Streichen des Ganges ist NW. 4 hora,
das Fallen S. 8 hora unter 70°. Die Mächtigkeit der ganzen Gangmasse
sammt dem talkigen Mittel beträgt 6—8 Fuss, die des ausgeschiedenen
Quarzes 1%—2 Fuss. Stellenweise zeigt sich eine zweite
quarzige Ader, die sich zur ersten schief neigt. Ein gelbes, thoniges
Saalband, 1—2 Zoll dick, scheidet die talkige Gangmasse von dem
sandsteinartigen Gesteine, und gibt eine scharfe Grenze zwischen
der Gangmasse und Felsart ab.