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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

bei  Kotterbach  (und  Poracz)  im  Zipser  Comitat.

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Der  grosse  Mineralreichtlium  der  Kotterbacher  Gänge  befindet
sich  nach  den  jetzigen  Erfahrungen  fast  in  der  Mitte  ihrer  bekannten
Tiefe,  ob  der  Adel  in  der  Teufe  zunimmt  oder  sieb  vermindert,  kann
gegenwärtig  nicht  ermittelt  werden,  da  die  Gänge  einen  ziemlich
gleichen  Charakter  behalten,  und  in  ihrer  Ergiebigkeit  ziemlich
constant  bleibt.
Die  beiden  Gänge  von  Kotterbach  sind  wahre  Spaltenausfüllungen
im  dichten  Gabbro;  sie  ziehen  sich  fast  parallel,  und  stossen  zusammen, ­
  aller  Wahrscheinlichkeit  nach,  unter  einem  sehr  spitzen
Winkel,  in  ihrem  östlichen  Ende,  auf  der  Höhe  zwischen  Kotterbach
und  Poracz.  Ob  die  Gänge  weiter  fortsetzen  ist  unbekannt,  da  der
Gabbro  hinter  Poracz  durch  Kalkstein  abgesclinitten  ist.  Die  Ausfüllungsmasse ­
  der  Gänge  besteht  aus  oxydirten  und  geschwefelten
Mineralien;  die  ersteren  bilden  die  Hauptmasse,  die  anderen  sind
untergeordnet.  Die  Gangmasse  in  der  westlichen  Hälfte  der  Gänge
hat  überwiegenden  Quarz  und  Spatheisenstein,  in  der  östlichen  waltet
Schwerspath  vor;  aber  damit  ist  keineswegs  gemeint,  dass  alle  drei
Gangarten  nicht  zusammen  erscheinen;  öfters  verbindet  sieb  Schwerspath ­
  am  genauesten  mit  Spatheisenstein;  in  dem  schneeweissen,
schwefelsauren  Minerale  sind  Spatheisensteinkrystalle  porphyrartig
eingesprengt,  welche  durch  ihre  isabellgelbe  Farbe  abstechen;  der
Quarz  pflegt  sich  nicht  so  genau  mit  Schwerspath  zu  verbinden,
und  bildet  darin  mehr  oder  weniger  zusammenhängende  Platten;
in  genaueren  Verbindungen  aber  tritt  Spatheisenstein  mit  dem
Quarz  auf.
Aus  den  Untersuchungen  von  Bischof  ist  es  erwiesen,  dass
kohlensaures  Eisenoxydul  wie  schwefelsaure  Baryterde  nur  wässerige ­
  Sedimente  sein  können.  Der  Spatheisenstein  bildet  unendlich
viele  Lager  im  Neocomien,  Karpathensandstein,  die  mit  Schichten
von  Sandstein,  Mergel  und  Thon  wechsellagern;  mitten  in  diesen
kohlensauren  Eisenoxydullagern  sind  an  vielen  Orten  Abdrücke  von
Fucoiden,  seltener  Ammoniten,  Hamiten  (Libotyn  bei  Stramberg,  in
der  Gegend  von  Ustron,  bei  Bielitz).  Zwar  unterscheidet  sich  der
Spatheisenstein  in  Lagern  durch  seine  Feinkörnigkeit  und  öfters
durch  innige  Beimengung  von  Thon;  in  den  Gängen  von  Ungarn  is,t
er  ausgezeichnet  krystallinisch  und  grosskörnig.  Dass  Schwerspath
im  feurig-flüssigen  Zustande  die  Gangspalten  nicht  ausfüllen  konnte,
beweiset  der  Umstand,  dass  die  grösste  Hitze,  die  man  hervorbringen
            
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